Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) plant, die Nachfolge an der Spitze der Unionsfraktion zusammen mit CSU-Chef Markus Söder vor Beginn der Urlaubszeit zu regeln. Das berichtet der Spiegel unter Berufung auf Parteikreise.
Den beiden Parteichefs obliegt das gemeinsame Vorschlagsrecht für diese Position. „Verfahren und Zeitplan werden jetzt mit den Gremien der Partei und der Fraktion abgestimmt“, erklärte Merz. Der Bundeskanzler habe sich dabei noch nicht auf einzelne Personalien festgelegt, wie das Nachrichtenmagazin weiter berichtet.
Der Rücktritt von Jens Spahn kam zustande, nachdem Merz ihm zum Rückzug aufgefordert hatte. Dies geschah als Konsequenz der extrem negativen Reaktionen in Partei und Fraktion auf die Leihmutter-Debatte, an der Spahn beteiligt war. Am Freitagabend fand eine Reihe von Telefonaten zwischen führenden CDU-Politikern statt, darunter Ministerpräsidenten und Landesvorsitzenden. Ein mit den Diskussionen vertrauter Insider sagte dem Spiegel: „Das Meinungsbild war eindeutig“.
Als Top-Kandidat für die Fraktionsspitze wird in CDU-Kreisen Kanzleramtsminister Thorsten Frei gehandelt. Der Politiker hatte bereits im Zuge der Regierungsbildung deutlich gemacht, dass er lieber die Abgeordneten als die Regierungszentrale führen würde. Für das Kanzleramt wird der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Günter Krings als möglicher Nachfolger gehandelt. Dem Bericht zufolge wird auch der Name von Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) genannt.
Autor: dts Nachrichtenagentur