Der Kieler Marineschiffbauer Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) hat sich gegen südkoreanische Konkurrenz durchgesetzt und erhält einen Milliardenauftrag aus Kanada. Das Unternehmen wird bis zu zwölf U-Boote des Typs 212CD nach Nordamerika liefern, wie TKMS und Kanadas Premierminister Mark Carney am Montag bestätigten.
Der Auftrag ist ein historischer Erfolg für TKMS: Es handelt sich um den größten U-Boot-Auftrag in der Unternehmensgeschichte. Das deutsche Unternehmen rechnet damit, seinen aktuellen Auftragsbestand um mehr als 50 Prozent zu steigern. Die Auslieferung des ersten U-Boots ist für 2033 geplant, während Kanada die ersten neuen U-Boote spätestens 2035 in Betrieb nehmen möchte.
Die Produktion erfolgt an zwei deutschen Standorten: In Kiel und Wismar sollen die Boote gebaut werden. Dort könnten bis zu 1.500 neue Arbeitsplätze entstehen. Der Typ 212CD wurde gemeinsam mit Norwegen entwickelt. Diese Baugleichheit ermöglicht es, Kosten zu senken und die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Ländern zu vereinfachen.
Die Bundesregierung unterstützte das Geschäft aktiv. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) führte mehrere Gespräche vor Ort in Kanada. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) würdigte die Vereinbarung als „großes, strategisches Vorhaben, das Kanada, Deutschland und Norwegen auf Jahrzehnte verbindet“ und betonte, dass Deutschland „dieses gegenseitige Vertrauen“ auch zukünftig „honorieren“ werde.
Autor: dts Nachrichtenagentur