Bei Motorradkontrollen im vorderen Odenwald hat die Polizei am Freitag insgesamt 37 Motorradfahrer überprüft und dabei ein positives Fazit gezogen. Zwischen 13.00 und 18.00 Uhr kontrollierten Beamte der Polizeistation Bensheim an drei verschiedenen Standorten: am Parkplatz „Schöne Aussicht“ bei Lindenfels, in der Lindenfelser Straße in Lautertal-Schmal-Beerbach und am Parkplatz „Teufelsloch“ zwischen Lindenfels und Gumpener Kreuz.
Bei keinem der kontrollierten Biker stellten die Polizisten gravierende Mängel fest. Lediglich bei einem Kraftrad fehlte der vorgeschriebene Reflektor hinten, zudem war der vorgegebene Spiegelabstand zu gering. Der Fahrer muss nun zeitnah die Behebung der Mängel bei der Polizei nachweisen, konnte seine Fahrt aber anschließend fortsetzen.
Ein Quadfahrer passierte die Kontrollstelle ohne den vorgeschriebenen Schutzhelm zu tragen. In diesem Fall wurde ein Verwarnungsgeld fällig. Nachdem er seinen in einem Topcase aufbewahrten Helm aufsetzte, ging es auch für ihn weiter.
Bei einem weiteren Biker aus dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg stellten die Beamten fest, dass der sogenannte „DB-Killer“ ausgebaut war. Die daraufhin durchgeführte Schallpegelmessung ergab einen Wert, der noch innerhalb der Toleranz lag. Dem Fahrer wurde lediglich eine Ordnungswidrigkeit wegen eines „nicht vorschriftsmäßigen Fahrzeugs“ vorgeworfen und ein entsprechendes Verwarnungsgeld erhoben. Der Fahrer hatte den ausgebauten Schalldämpfer in einer Satteltasche mitgeführt und baute den DB-Killer vor Ort wieder ein.
Hintergrund der Kontrollen waren vermehrte Beschwerden von Anwohnern über laute sowie hin- und herfahrende Biker zwischen Schmal-Beerbach und Ober-Beerbach in den letzten Wochen. Besonders in den Sommermonaten und an Wochenenden kommt es regelmäßig zu Beschwerden wegen Lärm und zu schnellem Fahren durch Motorradfahrer. Die kurvenreichen Strecken in den Höhenlagen des vorderen Odenwaldes sind für Motorradbegeisterte besonders attraktiv. Auf dieser Strecke ereignete sich im Jahr 2024 zudem ein Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang.
Die Polizei achtete bei den Kontrollen insbesondere auf den technischen Zustand der Motorräder. Für diejenigen, die sich nicht an die Regeln halten, kann es zu einem Fahrverbot oder zur Sicherstellung des Motorrades kommen, insbesondere wenn technische Veränderungen an den Maschinen vorgenommen werden. Neben einem frühzeitigen Saisonaus ist die Unvernunft meist noch mit hohen Kosten und Bußgeldern verbunden.
Das Polizeipräsidium Südhessen betont, dass Motorradfahren in den reizvollen südhessischen Landschaften möglich sein soll, ohne dass die Anwohner ihr Wohngrundstück wegen des Motorradlärms nicht mehr zur Erholung und Entspannung nutzen können. Rücksichtnahme sei dafür unerlässlich. Die Polizei wünscht allen Motorradfahrern weiterhin eine unfallfreie Saison.