In Neuenrade ist eine Frau nach einem Stromausfall Opfer betrügerischer Handwerker geworden, die eine vierstellige Summe kassiert haben, ohne das Problem zu lösen. Die Polizei ermittelt wegen Betrugs.
Am Donnerstag um 1.15 Uhr bemerkte die Neuenraderin, dass ihr Strom ausgefallen war. Sie wandte sich online an eine örtliche Firma. Kurz vor 3 Uhr erhielt sie jedoch einen Anruf auf ihr Handy von einer anderen Firma, die Hilfe anbot. Gegen 6 Uhr erschienen zwei Techniker und ließen sich das Haus, jede Steckdose und den Sicherungskasten zeigen.
Um 7.30 Uhr kam der Elektriker der Neuenrader Firma. Da er annahm, dass bereits ein anderer Servicedienst vor Ort sei, fuhr er wieder weg. Die anderen Techniker konnten oder wollten den Fehler nicht beheben, verwiesen an die Stadt und forderten eine vierstellige Summe. Die Frau bezahlte.
Mitarbeiter der Stadt konnten am Morgen keinen Fehler auf städtischer Seite feststellen, weshalb der Neuenrader Elektriker erneut ausrückte. Er fand die Ursache an einem Mähroboter. Die Frau erstattete Anzeige gegen die betrügerischen Handwerker.
Die Polizei warnt immer wieder vor betrügerischen Handwerkern. Beliebte Betätigungsfelder sind Schlüsseldienste, Schädlingsbekämpfer, Heizungs- oder Installations-Notdienste, Rohr- oder Fassadenreiniger. In der Regel stoßen Hilfesuchende im Internet auf die Angebote dubioser Dienste. Sie vermitteln den Eindruck, aus der Umgebung des Hilfesuchenden zu kommen, reisen jedoch in Wirklichkeit aus weiterer Entfernung an.
Zum Schutz vor überörtlich agierenden Betrügern sollten örtlich ansässige und bekannte Unternehmen gegenüber Online-Anbietern ohne Adresse in der Umgebung bevorzugt werden. Am Telefon sollten Kunden genaue Absprachen treffen und sich nach den Kosten erkundigen – also nach Anfahrts-Pauschalen, Stundenlohn und möglichen Nacht- oder Wochenend-Zuschlägen fragen.
Kunden sollten auf eine ordnungsgemäße Rechnung bestehen, der Leistung, Betrag und der Name des Unternehmens samt Anschrift zu entnehmen sind. Besonders typisch: Die Dienste nutzen Notlagen aus und konfrontieren ihre Kunden mit unverhältnismäßig hohen Forderungen, die sofort beglichen werden sollen. Während sich Abbuchungen zurückholen lassen, ist das bei Sofortüberweisungen nicht möglich. Auf überhöhte Forderungen sollten sich Kunden nicht einlassen und im Zweifel die Polizei hinzurufen.