Nicht angemeldete Demonstrationen von Ultras des FC Carl Zeiss Jena vor Thüringen-Derby

(Symbolbild)

Anhänger des FC Carl Zeiss Jena haben vor dem Thüringen-Derby gegen Rot-Weiß Erfurt zweimal nicht angemeldete Demonstrationen in der Jenaer Innenstadt veranstaltet. Bei den Aufzügen am 13. und 15. Mai skandierten die Ultras herabwürdigende Parolen gegen Polizei, Stadtverwaltung und Parteien.

Am Mittwochabend, dem 13. Mai, versammelten sich zunächst Mitglieder der Ultragruppierung „Horda Azzurro“ am Fanprojekt im Roland-Ducke-Weg am Stadion. Gegen 20:25 Uhr zogen etwa 150 Personen ohne Anmeldung in Richtung Innenstadt und zum dortigen Frühlingsmarkt. In Höhe der Neugasse entrollten sie ein Transparent mit dem Motto „Wir sind wütend…!“.

Die Demonstration richtete sich in erster Linie gegen die Sicherheitsbehörden, die aus gefahrenabwehrrechtlichen Gründen das Kartenkontingent für die Fans von Rot-Weiß Erfurt beim bevorstehenden Derby reduziert hatten. Außerdem kritisierten die Ultras die Sicherheitspolitik der Stadt Jena und der Polizei im Zusammenhang mit deren Vorgehen bei gewalttätigen Auseinandersetzungen im Kontext des Jenaer Fußballs sowie bei Problemen um die Kapazitäten der „Südkurve“.

Während des Marsches skandierten die Teilnehmer herabwürdigende Parolen gegen die Polizei, den Bürgermeister von Jena und die CDU. In Höhe des Marktes beziehungsweise Rathauses verteilten sie Flugblätter mit herabwürdigenden Texten gegen Polizei und Stadtverwaltung sowie ausführlichen Begründungen für ihre Aktion.

Der Aufzug führte auch zum Wohnhaus einer AfD-Landtagsabgeordneten in der Nähe der Innenstadt. Dort hielten die Demonstranten an und skandierten eine Parole, die die AfD mit dem Nationalsozialismus gleichsetzte. Anschließend erklärte das „Führungspersonal“ der Ultras die Aktion für beendet, und die Gruppe zerstreute sich.

Am Freitagabend, dem 15. Mai, wiederholte sich das Geschehen in größerem Umfang. Diesmal zogen etwa 350 Anhänger der Jenaer Ultras durch die Innenstadt und skandierten stark beleidigende und herabwürdigende Parolen gegen die bereits erwähnten Verantwortungsträger sowie gegen CDU und AfD. Während der Demonstration brannten die Personen mehrfach unerlaubt massiv Pyrotechnik ab.

In beiden Fällen dokumentierten Polizeikräfte die Aktionen und sicherten lenkend bestimmte Streckenabschnitte ab. Die Kriminalpolizei Jena wurde mit den Ermittlungen beauftragt und leitete Strafanzeigen ein.

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