Niedersachsens Kriminaltechnik trainiert marokkanische Sicherheitskräfte für WM 2030

Hochrangiger Besuch: Christian Heldt, Deutscher Botschafter in Marokko, begrüßt u.a. Kriminaloberkommissarin Maria Ludolph (Handschlag) und Dr. Christian Vidal (rechts daneben).

Experten des Landeskriminalamts Niedersachsen haben in Marokko eine groß angelegte Übung für die Fußball-Weltmeisterschaft 2030 durchgeführt. Dr. Christian Vidal, Leiter des Kriminaltechnischen Instituts (KTI) des LKA Niedersachsen, und Kriminaloberkommissarin Maria Ludolph, Dozentin für Kriminalwissenschaften an der Polizeiakademie Niedersachsen, konzipierten das Training vom 21. bis 29. Oktober 2026 auf einem Gelände nahe Ifrane.

Die Übung stellte die marokkanischen Sicherheitskräfte vor ein anspruchsvoll gewähltes Szenario: Auf einer Fanmeile mit feiernden Fußballfans fallen plötzlich Schüsse unmittelbar vor den Sicherheitskontrollen. Mehrere Menschen werden getötet oder schwer verletzt, darunter zwei Polizeibeamte. Auch vier Angreifer sterben bei dem Szenario.

Im Fokus des Trainings stand nicht, möglichst viele Spuren zu sichern, sondern früh zu erkennen, welche Erkenntnisse für die weiteren Ermittlungen wichtig sind. „Kriminaltechnik muss hier sehr schnell Antworten liefern: Wer sind die Beteiligten? Was ist passiert? Gibt es weitere Gefahren?“, erklärte Vidal. „Zahlreiche Aufgaben müssen parallel bewältigt und in der polizeilichen Struktur abgestimmt werden. Genau diesen Entscheidungsdruck wollten wir trainieren.“

Die Übung verband kriminaltechnische und einsatztaktische Aufgaben. Die marokkanischen Einsatzkräfte mussten unter anderem eine mögliche Gefahr durch chemische, biologische oder radioaktive Stoffe bewerten, mit Spreng- und Explosivmitteln umgehen und Tatorte unter besonderen Gefahrenbedingungen bearbeiten. Auch die Identifizierung Verstorbener nach einem Ereignis mit vielen Opfern – das sogenannte Disaster Victim Identification (DVI) – war Teil des Szenarios.

Fachvorträge bereiteten die Teilnehmenden auf die praktische Übung vor. Anschließend wurde das Szenario gemeinsam ausgewertet. „Eine Übung ist dann besonders wertvoll, wenn sie nicht nur bestätigt, was bereits gut funktioniert, sondern auch zeigt, wo Abläufe noch verbessert werden können“, sagte Ludolph. „Wir haben hier sehr engagierte Einsatzkräfte erlebt, gemeinsam anspruchsvolle Situationen durchgespielt und auf beiden Seiten wichtige Erkenntnisse gewonnen.“

Für die niedersächsischen Beteiligten war die Übung zugleich ein fachlicher Austausch in beide Richtungen. Sie brachten Erfahrungen aus der kriminaltechnischen Praxis und der polizeilichen Aus- und Fortbildung ein und erhielten Einblicke in Strukturen, Abläufe und Arbeitsweisen der marokkanischen Sicherheitsbehörden. Finanziert wird dieser Fachaustausch (Resilience 2026/Exercice Majeur) durch das Programm Polizeiliche Aufbauhilfe des Bundeskriminalamts (BKA), das EU-geförderte Außenhilfe umfasst.

Bis zur Fußball-Weltmeisterschaft 2030 bleiben noch vier Jahre. Mit der gemeinsamen Übung wurden Abläufe bereits unter realitätsnahen Bedingungen erprobt, Erfahrungen ausgetauscht und Erkenntnisse gewonnen, die in die weitere Vorbereitung der marokkanischen Sicherheitskräfte einfließen.

Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.

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