Nigerias Militär hat nach Angaben von Präsident Bola Tinubu im vergangenen Jahr mehr als 13.000 mutmaßliche Terroristen „neutralisiert“. Die Zahl der Todesopfer im Kampf gegen bewaffnete Rebellen sei seit seinem Amtsantritt 2023 um 81 Prozent zurückgegangen.
Tinubu verkündete die Zahlen am Freitag in einer landesweit im Fernsehen übertragenen Rede. Zusätzlich hätten sich seit 2023 insgesamt 124.000 Kämpfer und ihre Angehörigen im Rahmen eines Regierungsprogramms ergeben. Dieses Programm dient der Wiedereingliederung von ehemaligen Kämpfern, die freiwillig ihre Waffen niederlegen.
Trotz der vom Präsidenten verkündeten Erfolge steckt Nigeria weiterhin in einer tiefen Sicherheitskrise. Sowohl dem Islamischen Staat und al-Qaida nahestehende Gruppen als auch kriminelle Banden entführen regelmäßig Menschen, um Lösegeld zu erpressen. Als besonders gefährdet gelten sogenannte weiche Ziele wie Schulen, Kirchen und Moscheen, vor allem in ländlichen Gebieten.
Die anhaltende Bedrohung zeigt sich in den jüngsten Entführungen: Allein seit Januar wurden Dutzende Menschen verschleppt, darunter Lehrer und Kinder ab vier Jahren. Erst am Montag hatte das nigerianische Militär bekannt gegeben, 360 Geiseln befreit zu haben. Sie waren von der IS-nahen Gruppe Boko Haram verschleppt worden.