Am Montagabend fanden in Nürnberg mehrere politische Versammlungen statt, die die Polizei mit einem Großaufgebot überwachte. Rund 55 Personen versammelten sich ab 18 Uhr am Willy-Prölß-Platz unter dem Motto „Die Regierung zerstört unser Land – Wer sich auf die kommunistische Einheitsfront einlässt, geht daran zugrunde!“. Zeitgleich formierten sich in unmittelbarer Nähe mehrere Gegenproteste mit bis zu 150 Teilnehmern.
Die Beamten setzten Sperrgitter ein, um die Teilnehmer der unterschiedlichen Versammlungen voneinander zu trennen. Gegen 19:15 Uhr setzte sich der erste Demonstrationszug auf der angemeldeten Wegstrecke durch die Nürnberger Innenstadt in Bewegung. Ein Großteil der Gegendemonstranten beteiligte sich ebenfalls an den angemeldeten Gegenaufzügen.
Während des Verlaufs kam es zu zwei Blockadeaktionen: Zunächst setzten sich mehrere Gegendemonstranten in der Königstraße auf die Wegstrecke, um den Aufzug zu blockieren. Diese Blockade konnte umgangen werden. Im Bereich des Willy-Prölß-Platzes kam es kurze Zeit später zu einer weiteren Blockadeaktion.
Die Einsatzleitung wertete diese Aktionen als Versammlung und sprach die Teilnehmer entsprechend an. Die Polizisten forderten die Demonstranten mehrfach auf, die Fläche freizumachen. Da die Teilnehmer diesen Aufforderungen nicht nachkamen, trugen die Beamten mehrere Personen beiseite. Kurz vor Ende der Versammlung musste eine Person zur Identitätsfeststellung auf eine Dienststelle gebracht werden.
Gegen 21:30 Uhr erklärten die jeweiligen Versammlungsleiter die Proteste für beendet. Die Nürnberger Kriminalpolizei prüft nun, ob weitere Verstöße im Zusammenhang mit den Versammlungen vorliegen und übernimmt die Ermittlungen zu möglichen Straftaten.
Unter Leitung der Polizeiinspektion Nürnberg-Mitte waren Kräfte der Polizeiinspektion Zentrale Einsatzdienste Mittelfranken, der Bayerischen Bereitschaftspolizei, der Nürnberger Verkehrspolizei sowie der Kriminalpolizei Nürnberg im Einsatz.