Nach zwei brutalen Überfällen auf Männer, die sich über Dating-Apps verabredet hatten, warnt die Offenbacher Polizei vor den Gefahren von Online-Verabredungen. Die Kriminalpolizei prüft einen möglichen Zusammenhang zwischen den beiden Fällen und rät zu größter Vorsicht bei ersten Treffen.
Der erste Überfall ereignete sich am Mittwochabend kurz nach 23 Uhr im Brunnenweg im Bereich der 30er-Hausnummern. Ein 40-Jähriger war vor einem Mehrfamilienhaus auf mehrere dunkel gekleidete und maskierte Personen mit jugendlichem Erscheinungsbild getroffen. Die Unbekannten hielten ihn fest und prügelten mit einem harten Gegenstand auf ihn ein. Sie führten auch eine Pfefferpistole mit sich, setzten diese aber nicht ein.
Drei Tage später, am Samstagabend gegen 21.30 Uhr, wurde ein 21-Jähriger auf dem Spielplatz in der Eberhard-von-Rochow-Straße Opfer einer ähnlichen Attacke. Mehrere teilweise maskierte unbekannte Jugendliche und junge Männer schlugen und traten auf ihn ein und beschossen ihn mit einer Pfefferpistole.
Beide Männer mussten mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden. In beiden Fällen hatten sich die Opfer zuvor über Dating-Apps zu Treffen an den späteren Tatorten verabredet, wo sie statt ihrem Date den Tätern begegneten. Sie wurden offenbar gezielt zu den Treffpunkten gelockt.
Die Polizei rät Nutzerinnen und Nutzern von Dating-Apps zu besonderen Vorsichtsmaßnahmen: Erste Dates sollten nur an öffentlichen, gut besuchten Orten wie Cafés, Restaurants oder belebten Plätzen stattfinden. Abgelegene Orte, Parks, Spielplätze oder wenig frequentierte Wohngebiete sollten vermieden werden. Vor dem Treffen sollte eine Vertrauensperson informiert und der Handystandort geteilt werden.
Weitere Warnsignale sind spontane Ortsverlegungen zu abgelegenen Treffpunkten, fehlende Fotos in Profilen, widersprüchliche Angaben oder Drängen auf schnelle persönliche Treffen. Die Polizei empfiehlt, die Kommunikationsfunktionen der Dating-App zu nutzen und persönliche Daten wie Wohnadresse oder Arbeitsplatz nicht vorschnell preiszugeben.
Sollten mehrere Personen statt der erwarteten Verabredung erscheinen oder andere Umstände ungewöhnlich vorkommen, sollte sofort ein sicherer Ort aufgesucht und gegebenenfalls die Polizei verständigt werden. In akuten Gefahrensituationen gilt: Notruf 110 wählen.
Die Polizei bittet weiterhin um Zeugenhinweise unter der Rufnummer 069 8098-1234.