Die Polizeiinspektion Oldenburg-Stadt/Ammerland ermittelt in einem Fall, bei dem über gehackte oder missbrauchte Schüleraccounts zahlreiche manipulierte Bilder und Gewaltandrohungen verschickt wurden. Wie die Ermittler mitteilten, nutzte eine unbekannte Person oder mehrere unbekannte Personen in den vergangenen Tagen E-Mail-Server Oldenburger Schulen, um die Nachrichten zu versenden.
Die versandten Inhalte sind teils schwer strafbar: Sie enthielten sogenannte Deepfakes – also digital manipulierte Darstellungen von Kindern und Jugendlichen. Nach Einschätzung der Polizei erfüllen einzelne dieser Bilder den Straftatbestand der Verbreitung kinderpornografischer oder jugendpornografischer Inhalte. Zusätzlich waren in den Nachrichten Gewaltandrohungen enthalten sowie Aufforderungen an Empfänger, sich selbst etwas anzutun.
Nach bisherigen Erkenntnissen nutzten die Täter ein oder mehrere Schüleraccounts für den Versand. Die Ermittler prüfen derzeit, wie und ob unbekannte Personen sich unberechtigt Zugang zu diesen Accounts verschafft haben – etwa durch Passwortdiebstahl oder Phishing. Die Polizei arbeitet eng mit den betroffenen Schulen zusammen. Erste digitale Spuren wurden bereits gesichert und werden gerade ausgewertet. Die Ermittlungen zu Urheberschaft und Hintergrund der Taten sind noch nicht abgeschlossen.
Wichtige Sicherheitsmaßnahmen für Schülerinnen und Schüler:
Die Polizei gibt folgende Empfehlungen zum Schutz von Online-Konten: Zugangsdaten zu schulischen E-Mail-Konten, sozialen Netzwerken und anderen Diensten sollten niemals an Mitschülerinnen und Mitschüler oder andere Personen weitergegeben werden. Für jeden Dienst sollte ein eigenes, starkes Passwort verwendet werden. Wer kann, sollte Zwei-Faktor-Authentifizierung nutzen – das erschwert Hackern den Zugang erheblich. Besteht der Verdacht, dass Unbefugte in einen Account gelangt sind, muss das Passwort sofort geändert und die Schule beziehungsweise der zuständige Administrator informiert werden.
Umgang mit verdächtigen Inhalten:
Wer eine Nachricht mit möglicherweise strafbaren Bild- oder Videoinhalten erhält, sollte diese auf keinen Fall weiterleiten, teilen oder die Dateien herunterladen. Die Nachricht sollte nicht gelöscht werden – die darin enthaltenen Daten können für Ermittlungen wichtig sein. Betroffene Kinder und Jugendliche sollten mit Eltern, einer Vertrauensperson in der Schule oder der Polizei sprechen. Die Polizei bietet Betroffenen und ihren Angehörigen Beratung an und vermittelt Kontakte zu Beratungsstellen, falls nötig. Solche Beratungsangebote sind kostenfrei.
Die Polizei empfiehlt Eltern, mit ihren Kindern über den verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Diensten zu sprechen. Besonders wichtig: Kinder und Jugendliche sollten verstehen, dass die Veränderung und Verbreitung manipulierter Aufnahmen für die betroffenen Personen schwerwiegende Folgen hat und auch strafrechtlich relevant sein kann.
Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.
» Weitere Polizeimeldungen aus Niedersachsen
Auch aus Niedersachsen:
Mehr Polizeimeldungen: