Die Gemeinsame Ermittlungsgruppe Rauschgift aus Osnabrück ist von der EU-Sicherheitsagentur Europol ausgezeichnet worden. Die Agentur ehrte 20 Beamtinnen und Beamte für ihre bedeutende Rolle in dem europaweiten Ermittlungsverfahren „OP Fabryka“ im Kampf gegen die Herstellung und Verbreitung synthetischer Drogen.
Bei dem in dieser Dimension einzigartigen Verfahren konnten Zoll und Polizei Mitte Januar 2026 24 illegale Drogenlabore aufdecken. Die Ermittler nahmen über 85 Personen fest und stellten tonnenweise Chemieabfälle, 4-CMC, Amphetamin, MDMA und andere synthetische Drogen sicher. An der gemeinsamen Aktion von Zoll, Polizei und Justiz aus Deutschland beteiligten sich auch Sicherheitsbehörden aus Polen, Belgien, den Niederlanden, Tschechien und Spanien.
Polizeipräsident Friedo de Vries nahm die Auszeichnung am 27. Oktober 2026 zusammen mit Monika Dennhardt, der Leiterin des Zollfahndungsamts Hannover, stellvertretend in Osnabrück entgegen. „Diese Auszeichnung ist ein Beleg für die hochprofessionelle und akribische Arbeit unserer Kolleginnen und Kollegen“, sagte de Vries. „Der Schlag europäischer Sicherheitsbehörden im Kampf gegen illegale Drogenlabore vor gut einem halben Jahr war in dieser Dimension bislang einmalig in Europa und eine Osnabrücker Ermittlungsgruppe hat dabei eine zentrale Rolle gespielt.“ Die Gemeinsame Ermittlungsgruppe habe über Monate als zentrale Koordinierungsstelle für ganz Deutschland die unterschiedlichen Operationen begleitet und in Abstimmung mit den anderen Ländern gesteuert.
De Vries warnte vor einer wachsenden Gewaltbereitschaft und verbesserter Qualität in der Organisierten Kriminalität. „Kriminelle Banden werden immer brutaler und Gewalthandlungen zunehmend an Dritte vergeben. Teilweise sind es sogar Minderjährige, die über soziale Medien angeheuert werden. Das Phänomen „Violence as a Service“ beobachten wir nicht mehr nur im Ausland, sondern zunehmend auch in Deutschland.“
Die Entwicklung in den Niederlanden und Schweden zeige, dass Banden unter anderem bei Machtkämpfen rivalisierender Gruppen zunehmend Sprengstoffe verwenden. In den Niederlanden habe es im vergangenen Jahr 1.500 Delikte gegeben, bei denen Explosivstoffe eingesetzt wurden, so de Vries.
Um diesen Entwicklungen entgegenzutreten, intensivieren die Polizeibehörden ihre internationale Vernetzung durch das neue EU-Projekt „ISF LUMEN Expanded“. Die Polizeidirektion Osnabrück übernimmt in diesem Großprojekt die Leitung des Teilprojekts „Explosives“ zur Bekämpfung von Geldautomatensprengungen und Straftaten mit Explosivstoffen. Das Ziel lautet: Keine Explosivstoffe in Händen Krimineller.
Am 2. November 2026 stellen die Niedersächsische Ministerin für Inneres, Sport und Digitalisierung, Daniela Behrens, und die Niedersächsische Justizministerin, Dr. Kathrin Wahlmann, das gemeinsame Lagebild „Organisierte Kriminalität in Niedersachsen 2025“ mit landesweiten Ergebnissen vor.
Rauschgiftdelikte in Osnabrück: der Vergleich mit Land und Bund
In Osnabrück zählte die Polizei 2025 525 Rauschgiftdelikte, das sind 316 auf 100.000 Einwohner. Damit steht unsere Stadt deutlich schlechter als im Landesschnitt, wo 197 Fälle je 100.000 Einwohner erfasst wurden. Bundesweit sind es 192.
Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts, 2025.
Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.
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