In Osthessen ist die Zahl der Verkehrstoten 2025 auf den niedrigsten Wert seit Bestehen des Polizeipräsidiums gesunken. Insgesamt 17 Menschen kamen bei Verkehrsunfällen ums Leben – das ist ein Rückgang um fünf Personen beziehungsweise 22,73 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig registrierte die Polizei insgesamt 10.713 Verkehrsunfälle, was einem leichten Rückgang um 154 Unfälle beziehungsweise 1,42 Prozent entspricht. Dies bedeutet: Alle 49 Minuten ereignet sich in Osthessen ein Verkehrsunfall.
„Die Entwicklung zeigt, dass sich viele Verkehrsteilnehmende verantwortungsbewusst im Straßenverkehr bewegen“, sagte Polizeipräsident Michael Tegethoff. „Allerdings führen schwere Verkehrsunfälle weiterhin zu erheblichen persönlichen Folgen für die Betroffenen und deren Angehörige. Neue Herausforderungen, etwa durch die zunehmende Nutzung von E-Scootern oder veränderte Verkehrsströme, verdeutlichen die fortwährende Bedeutung von Prävention, Aufklärung und konsequenter Verkehrsüberwachung.“
2025 verunglückten insgesamt 2.083 Menschen im Straßenverkehr – ein moderater Anstieg um 1,83 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der Schwerverletzten blieb mit 402 Personen nahezu unverändert (2024: 401). Insgesamt 348 Verkehrsunfälle führten zu schweren Verletzungen. Die Leichtverletzten erhöhten sich leicht von 1.632 auf 1.664 Personen.
Der Großteil des Unfallgeschehens verlief ohne Personenschäden. Bei 9.150 Verkehrsunfällen blieb es bei reinen Sachschäden. Der dadurch entstandene volkswirtschaftliche Schaden wird auf rund 50 Millionen Euro geschätzt.
Besonders besorgniserregend ist die Entwicklung bei E-Scootern: Die Anzahl der Unfälle mit Beteiligung von E-Scootern hat sich verdoppelt. Auch bei Pedelec-Unfällen zeigt sich ein deutlicher Anstieg der Schwerverletzten. „Geschwindigkeit“ bleibt eine der Hauptunfallursachen. Alle drei Stunden wurde ein Wildunfall aufgenommen.
Die Analyse zeigt räumliche Unterschiede: 88 Prozent aller tödlichen Verkehrsunfälle ereigneten sich auf Autobahnen sowie auf Straßen außerhalb geschlossener Ortschaften. Während auf Autobahnen und in mehreren Straßenkategorien rückläufige Entwicklungen zu verzeichnen waren, stieg die Zahl tödlicher Unfälle besonders auf Bundes- und Landesstraßen außerhalb geschlossener Ortschaften an.
Rückgänge waren insbesondere auf Autobahnen sowie auf Landes- und Kreisstraßen innerhalb geschlossener Ortschaften festzustellen. Demgegenüber stiegen die Fallzahlen auf Kreisstraßen außerhalb geschlossener Ortschaften an.
Entwicklung in den Landkreisen
Im Landkreis Fulda wurden 2025 insgesamt 3.632 Verkehrsunfälle registriert – ein Anstieg um rund drei Prozent gegenüber 2024 (3.527 Unfälle). Die Zahl der Unfälle mit Personenschäden stieg um 128 auf 721 Fälle. Die Schwerverletzten nahmen zu. Besonders auffällig: Während im Jahr 2024 drei Menschen starben, waren es 2025 acht Personen.
Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg zeigte sich eine positive Entwicklung. Die registrierten Verkehrsunfälle sanken um rund zwei Prozent auf insgesamt 2.393 Fälle – ein Rückgang um 48 Unfälle. Die Zahl der verunglückten Personen verringerte sich von 445 auf 436. Die Schwerverletzten stiegen jedoch von 91 auf 98 Personen an. Vier Menschen kamen ums Leben, nachdem es im Vorjahr acht Todesfälle gab.
Im Vogelsbergkreis setzte sich die rückläufige Entwicklung fort. Die Verkehrsunfälle sanken um rund sechs Prozent auf 2.341 Fälle. Die Unfälle mit Personenschäden verringerten sich um 5,9 Prozent auf 303 Fälle. Die Schwerverletzten gingen um 7,48 Prozent auf 99 Personen zurück. Die Zahl der Verkehrstoten blieb mit drei Personen unverändert gegenüber dem Vorjahr.
Autobahnen weiter durch Baustellen bestimmt
Die Polizeiautobahnstationen Bad Hersfeld und Petersberg registrierten insgesamt 2.346 Verkehrsunfälle – ein Rückgang um 63 Fälle beziehungsweise um rund 2,6 Prozent gegenüber 2024. Die Unfälle mit Personenschäden sanken um 12,2 Prozent auf 209 Fälle. Die Schwerverletzten verringerten sich deutlich von 62 auf 45 Personen. Die Zahl der tödlich Verletzten ging um 75 Prozent zurück: Starben 2024 noch acht Menschen, waren es 2025 nur zwei Personen.
Die osthessischen Autobahnen waren 2025 weiterhin durch zahlreiche Dauerbaustellen auf nahezu allen Streckenabschnitten bestimmt. Insbesondere in den Baustellenbereichen führen eingeschränkte Fahrbahnbreiten, geänderte Verkehrsführungen und erhöhtes Verkehrsaufkommen immer wieder zu Unfällen.
Hessenweit stiegen die Verkehrsunfallzahlen 2025 auf 150.286 an – ein Anstieg um rund 2,3 Prozent. Damit entwickelte sich das Unfallgeschehen in Osthessen erneut entgegen dem Landestrend.
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