In der vergangenen Woche standen für die Polizei im Main-Kinzig-Kreis mehrere Gewaltdelikte und Betrugsverfahren im Mittelpunkt. Der schwerste Vorfall war der Einsatz einer Pfefferpistole gegen einen 17-Jährigen in Hanau-Kesselstadt.
Am Freitagabend gegen 20.15 Uhr war ein 17-Jähriger aus Seligenstadt in der Mittelstraße unterwegs, als eine vier- bis fünfköpfige Gruppe Jugendlicher hinter ihm herlief und ihn ansprach. Als er sich umdrehte, zog einer der Unbekannten unvermittelt eine Pfefferpistole und löste diese aus. Der 17-Jährige duckte sich ab und wurde nur leicht getroffen – er blieb unverletzt. Die Täter flohen auf E-Scootern und Fahrrädern. Die Polizei ermittelt und sucht Zeugen unter der Rufnummer 06181 100-120.
Am Samstagmorgen kam ein 47-Jähriger in Untersuchungshaft, weil er am Vortag in zwei Fällen mutmaßlich mit rechtswidrig erlangten Geldkarten bezahlt haben soll. Bei seiner Durchsuchung fand die Polizei insgesamt neun Geldkarten – sowohl Giro- als auch Kreditkarten – und stellte diese sicher. Der Mann hat keinen festen Wohnsitz in Deutschland.
Am Freitagnachmittag kurz nach 13 Uhr hatte der 47-Jährige in einem Sportgeschäft in der Straße „Im Forum“ ein Paar Sportschuhe bezahlt und mehrere Sportartikel eingesackt, ohne dafür zu bezahlen. Kurze Zeit später wollte er in einem Sportgeschäft in der Nürnberger Straße mit einer Girokarte eine Kappe und Sportschuhe kaufen. Da er den PIN offensichtlich nicht eingeben konnte, bat der Verkäufer ihn, den Laden zu verlassen. Der 47-Jährige wurde daraufhin verbal ausfällig und bedrohte den Verkäufer. Er flüchtete Richtung Kurt-Blaum-Platz, wo eine Streife ihn festnehmen konnte. Fingerabdrücke und Fotos wurden gemacht, am Folgetag kam er in Untersuchungshaft.
Am Freitagabend gegen 22.15 Uhr kam es „Am Markt“ in der Hanauer Innenstadt zu einer mutmaßlichen Bedrohung. Ein 17-jähriger Hanauer traf auf einen 18-jährigen Bekannten, der von zwei Unbekannten begleitet wurde. Aufgrund früherer Streitigkeiten gerieten die beiden in eine verbale Auseinandersetzung. Der 17-Jährige soll dem 18-Jährigen mit einer Rasierklinge und einem Messer gedroht haben. Das Messer übergab er anschließend an einen Begleiter, der den Teenager ebenfalls bedrohte. Die Polizei konnte den 17-Jährigen in der Nähe antreffen. Gegen ihn wird wegen Bedrohung ermittelt. Die Polizei sucht die beiden Begleiter: einer etwa 20 Jahre alt, ungefähr 1,60 Meter groß mit kurzem Bart, der andere trug eine Sturmhaube und hatte einen Bluterguss im Bereich des Auges. Hinweise an 06181 100-123.
Bereits am Samstag, 23. Mai, erbeuteten Trickdiebe ein Goldarmband im Wert von knapp 2.000 Euro von einer 60-jährigen Frau aus Hanau. In der Alfred-Delp-Straße hielt gegen 17.15 Uhr ein schwarzer Wagen neben der Frau, als sie ihren Müll rausbrachte. Der Fahrer mit Vollbart fragte nach dem Weg zum nächsten Krankenhaus. Eine etwa 1,50 bis 1,60 Meter große Frau mit blonden Haaren stieg aus, hielt die Hanauerin an der Hand fest und zeigte ihr zum Dank Ringe. Wahrscheinlich nutzte sie diesen Moment, um das Armband vom Handgelenk der Dame zu lösen. Als die 60-Jährige mehrfach ihre Hand zu befreien suchte und das Dankeschön ablehnte, stieg die Betrügerin wieder ein und das Auto fuhr weg. Die Polizei warnt vor solchen Tricks und bittet um Zeugenhinweise unter 06181 100-123.
Bei Verkehrsunfallfluchten ermittelt die Polizei in zwei Fällen. Am Sonntagabend gegen 19.35 Uhr wollten Polizisten in der Lamboystraße einen BMW mit M-Kennzeichen kontrollieren. Der mutmaßliche Fahrer, ein 20-jähriger Hanauer, setzte seine Fahrt mit überhöhter Geschwindigkeit fort und parkte seinen grauen Wagen ein, wobei er einen Nissan Micra am hinteren Kotflügel beschädigte. Der Gesamtschaden beträgt knapp 7.250 Euro. Der 20-Jährige verließ den Unfallort, konnte aber kurz darauf mit einem Begleiter gefasst werden. Da er unter dem Einfluss berauschender Mittel stand, wurde ihm Blut abgenommen.
Bereits zwischen Samstag, 20 Uhr, und Sonntag, 10 Uhr, ereignete sich in der Bachstraße eine weitere Unfallflucht. Ein unbekannter Fahrer streifte beim Vorbeifahren einen grauen Opel Zafira und verursachte einen Schaden von mehreren hundert Euro. Zeugen werden unter 06181 100-120 gesucht.
Nach dem Brand in einem Recyclingunternehmen in Maintal-Dörnigheim steht die Ursache fest: Brandermittler gehen von einem technischen Defekt im Bereich des Hallendachs aus. Am Montagmorgen loderten die Flammen erneut auf, als sich eine elektrische Anlage entzündete.
Am Sonntagmorgen führte die Polizei zwischen 9 und 15 Uhr eine umfangreiche Motorradsicherheitskontrolle auf der B276 zwischen Biebergemünd und Lanzingen durch. Trotz wechselhafter Witterung überprüften die Beamten 66 Personen und 57 Fahrzeuge. Bei fünf Fahrzeugen stellten sie technische Veränderungen fest, die zum Erlöschen der Betriebserlaubnis führten. In zwei Fällen musste die Weiterfahrt untersagt werden. Besonders auffällig war ein Peugeot Speedfight 2 Motorroller, der 106 km/h erreichte und damit die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 86 km/h deutlich überschritt.