Politisch motivierte Straftaten erreichen neuen Rekordwert von 85.837 Fällen

via dts Nachrichtenagentur

Die politisch motivierte Kriminalität in Deutschland hat 2025 einen neuen Höchststand erreicht. Die Sicherheitsbehörden registrierten insgesamt 85.837 Fälle, wie Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) am Dienstag in Berlin mitteilte. Das entspricht einem Anstieg um zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch bei den politisch motivierten Gewalttaten verzeichneten die Behörden einen Zuwachs um 1,2 Prozent auf 4.156 Delikte.

Besonders stark angestiegen sind die Straftaten im linksextremistischen Spektrum. Die Zahl der registrierten PMK-links-Delikte kletterte um über 35 Prozent auf 13.490 Fälle, nachdem 2024 noch 9.971 Delikte erfasst worden waren. Bei den Gewaltdelikten aus diesem Bereich war der Anstieg noch drastischer: Die Zahl stieg um über 42 Prozent von 762 auf 1.087 Delikte. „Die linke Szene unterstreicht mit 42 Prozent mehr an Gewalttaten die wachsende Bedrohung, die von ihr ausgeht“, sagte Dobrindt.

Dennoch bleibt der Rechtsextremismus das größte Problem. Mit 42.544 Straftaten stellte der Bereich PMK-rechts etwa die Hälfte aller erfassten politisch motivierten Straftaten, obwohl die Zahlen leicht rückläufig waren (2024: 42.788 Delikte). Die Gewaltstraftaten in diesem Bereich stiegen jedoch um mehr als sieben Prozent an. „Die mit Abstand meisten Delikte seien allerdings von rechten und rechtsextremen Tätern verübt worden, was wiederholt zeige, dass die größte Gefahr aktuell vom Rechtsextremismus ausgehe“, erklärte der Minister.

Die Hasskriminalität verharrte mit 22.159 Fällen auf hohem Niveau, nachdem 2024 noch 21.773 Delikte registriert worden waren. Knapp ein Drittel dieser Straftaten wurde im Internet begangen. Verantwortlich für die konstant hohen Zahlen sind vor allem fremdenfeindliche Straftaten, die 2025 mit 19.484 Fällen praktisch auf dem Vorjahresniveau blieben (2024: 19.481). 73,7 Prozent der fremdenfeindlichen Straftaten wurden dem rechtsextremistischen Spektrum zugeordnet.

Antisemitische Straftaten nahmen um 5,0 Prozent auf 6.548 Fälle zu. 47,2 Prozent dieser Taten stehen im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt. Einen drastischen Anstieg verzeichneten die Behörden bei frauenfeindlichen Straftaten: Mit einem Zuwachs um 46,8 Prozent auf 819 Delikte erreichten diese einen neuen Höchstwert, nachdem 2024 noch 558 solcher Taten registriert worden waren.

Auch queerfeindliche Straftaten setzten ihren Aufwärtstrend fort. Mit einem Anstieg um 12,8 Prozent auf 2.377 Fälle nahmen die gegen Angehörige der LSBTQIA+-Szene gerichteten Taten weiter zu, womit sich der kontinuierliche Anstieg der vergangenen Jahre fortsetzte.

Straftaten gegen Amts- und Mandatsträger blieben trotz eines leichten Rückgangs auf 5.797 Fälle auf hohem Niveau (2024: 6.059). Das regelmäßig vom BKA in Zusammenarbeit mit den kommunalen Spitzenverbänden durchgeführte Kommunale Monitoring zu Hass, Hetze und Gewalt gegenüber Amtsträgerinnen und Amtsträgern (KoMo) zeigt, dass Anfeindungen gegen Amtsträger kein Randphänomen sind und von einer hohen Dunkelziffer auszugehen ist.

Die Angriffe auf Polizeibeamte stiegen um 4,7 Prozent auf 5.144 Fälle. Etwa ein Drittel dieser Delikte kann dem linksextremistischen Spektrum zugerechnet werden. Hier zeigt sich ein deutlicher Anstieg bei den Gewaltdelikten auf 535 Fälle, was einer Zunahme von rund 45 Prozent im Bereich PMK-links entspricht. „Wir stellen uns gegen jede Form von Extremismus und bauen deswegen unsere Instrumente gegen die extremistische Bedrohung weiter aus“, kündigte Dobrindt an.

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