Nach dem mutmaßlichen Anschlag auf ein Umspannwerk in Bergheim im Rhein-Erft-Kreis haben Ermittler mehrere Abschussvorrichtungen entdeckt. Die Polizei fand insgesamt sechs solcher Vorrichtungen in einem angrenzenden Maisfeld, wie die Behörden am Mittwoch mitteilten. Sie stehen demnach vermutlich im Zusammenhang mit der Tat.
Nach Angaben der Ermittler waren die Vorrichtungen offenbar so konstruiert, dass pyrotechnische Gegenstände einen Draht in die Höhe transportieren konnten. Auf diese Weise sollte eine Wurfweite über die Stromleitung hergestellt werden. Die Täter brachten leitfähiges Material – mutmaßlich Kabel – über die Oberleitung und führten so gezielt einen Kurzschluss herbei, der zu Anlagenausfällen führte.
Die Staatsanwaltschaft stuft die Tat als „Anschlag auf die kritische Infrastruktur“ ein. Die Behörden prüfen derzeit Zusammenhänge zu vergleichbaren Taten in Brandenburg. Parallel wurde ein Hinweisportal für Informationen aus der Bevölkerung gestartet.
NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) betont, dass mehrere Szenarien in Betracht gezogen werden. „Wir prüfen in zwei Richtungen: fremdstaatlich gelenkte Sabotage und Linksextremismus. Nichts davon können wir derzeit ausschließen“, sagte der Minister in Düsseldorf. Weitere Details zu den Ermittlungen sind bislang unklar.
Autor: dts Nachrichtenagentur