Ein 38-Jähriger ist am Freitag in Hamburg-Winterhude vorläufig festgenommen worden. Er soll als Teil einer Betrügerbande versucht haben, Geld und Münzen von einem 85-jährigen Hamburger abzuholen.
Nach Erkenntnissen des Fachkommissariats für Trickbetrug des Landeskriminalamtes (LKA 43) hatte ein angeblicher Kriminalbeamter den Senior am Freitagmorgen angerufen. Der Unbekannte behauptete, die Polizei habe in der Nähe Einbrecher festgenommen und eine Liste mit dem Namen des 85-Jährigen gefunden. Daraufhin fragte der Anrufer nach den Vermögenswerten des Geschädigten und forderte ihn auf, alles aus seinem Bankschließfach zu holen und zu Hause aufzubewahren. Die Bank sei nicht mehr sicher, behauptete der Betrüger.
Ein Komplize wartete vor dem Wohnhaus des Seniors und begleitete ihn unter dem Vorwand der Sicherheit zur Bank. Dort wartete der Mittäter vor dem Gebäude auf ihn.
Ein aufmerksamer Bankmitarbeiter wurde stutzig, als der 85-Jährige sein Schließfach komplett leerte, und informierte sofort die Polizei. Fahnderinnen und Fahnder des LKA 43 nahmen den Tatverdächtigen daraufhin vor Ort fest. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde er wieder entlassen, da keine Haftgründe vorlagen. Die Ermittlungen dauern an.
Die Bilanz solcher Betrügereien ist besorgniserregend: Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei Hamburg 876 Fälle von sogenanntem Call-Center-Betrug – also Trickbetrug, der mit einem Anruf einer vermeintlichen Polizeibeamtin oder eines Polizeibeamten beginnt. Bei 122 vollendeten Taten erbeuteten die Täter über 5,9 Millionen Euro.
Die Polizei Hamburg gibt folgende Tipps zum Schutz vor Trickbetrug: Vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl – abenteuerliche Geschichten am Telefon sollten Sie kritisch hinterfragen. Ein gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit. Sprechen Sie mit Vertrauenspersonen wie Verwandten, Freunden oder Nachbarn, bevor Sie handeln. Wenn es um Ihr Vermögen geht, das Sie sofort übergeben sollen, ist äußerste Vorsicht geboten. Legen Sie beim kleinsten Verdacht auf und rufen Sie die Polizei unter 110 oder Ihre örtliche Dienststelle an. Lassen Sie grundsätzlich keine Fremden in Ihre Wohnung. Führen Sie Gespräche an der Tür nur bei vorgelegtem Sperrbügel oder durch die geschlossene Tür. Prüfen Sie immer die Berechtigung des Gegenübers – kann sich die Person ausweisen?
Weitere Informationen zum Thema Betrug am Telefon und Haustürbetrug finden Sie auf der Website der Polizei Hamburg.
Wie sich die Zahlen entwickelt haben
Gegenüber 2024 hat sich die Zahl der Betrugsfälle in Hamburg um 5,4 Prozent verändert, sie ist gesunken. Gezählt wurden 2025 insgesamt 25.342 Fälle. Aufgeklärt wurden davon 49,9 Prozent, bundesweit 62,6 Prozent.
Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts, 2025.
Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.
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