Nach gewalttätigen Ausschreitungen beim Fußballspiel Hertha BSC gegen FC Schalke 04 am 17. Januar 2026 im Berliner Olympiastadion sucht die Polizei mit Fahndungsfotos nach 18 Tatverdächtigen. Bei den Angriffen auf Polizistinnen und Polizisten wurden mehrere Beamte verletzt.
Aus einer größeren Personengruppe heraus attackierten die Gewalttäter im Bereich der Ostkurve und der angrenzenden Umläufe und Zugänge die Polizei mit Wurfgegenständen. Die Polizei ermittelt wegen Landfriedensbruchs und weiterer Straftaten. Von den bislang unbekannten Tatverdächtigen konnten Bildaufnahmen gesichert werden, die nun veröffentlicht wurden.
Die Ausschreitungen begannen bereits während der Einlassphase gegen 18:35 Uhr am Osttor. Teile der Hertha-Fanszene beschimpften Polizistinnen und Polizisten verbal aggressiv. Die Beamten mussten unmittelbaren Zwang in Form von Schieben und Drücken anwenden und nahmen einen Tatverdächtigen fest. Die Gruppe weigerte sich zunächst, weiter in Richtung Stadionvorplatz zu gehen, beendete aber schließlich die Störaktion und bewegte sich zur Hertha-Fanzone in der Ostkurve.
Kurz nach 19 Uhr erhielten die Polizistinnen und Polizisten von einem Fan den Hinweis, dass sich etwa 100 Personen der Hertha-Fanszene im Blockzugang zur Ostkurve versammelt und Schutzbewaffnung in Form von Handschuhen angelegt sowie sich vermummt haben sollten. Zur gleichen Zeit meldete der Sicherheits- und Ordnungsdienst, dass ein Schalke-Fan, der sich mutmaßlich in den Blockzugang zur Ostkurve verirrt hatte, körperlich attackiert worden sein soll.
Während der polizeilichen Unterstützungsmaßnahmen versuchten Teile der gewaltbereiten Hertha-Fanszene, die Gitter des Blockzugangs gewaltsam zu schließen, um den Polizistinnen und Polizisten offenbar den Zugang zu verwehren. Aus der Menschenmenge flogen zahlreiche Glas- und Plastikflaschen auf die Beamten, die auch getroffen wurden. Die Polizei setzte daraufhin Pfefferspray und körperlichen Zwang ein, um dies zu stoppen. Aufgrund der schweren Widerstandshandlungen kam auch der Mehrzweckstock zum Einsatz.
Die Gewalttäter griffen die Polizistinnen und Polizisten mit Fahnen- und Holzstangen sowie mit Stuhlverankerungen an und schlugen sie. Außerdem warfen sie Absperrgitter und Metallmülleimer auf die Beamten. Insgesamt wurden fünf Personen wegen des Verdachts des schweren Landfriedensbruchs festgenommen. Gegen 19:30 Uhr beruhigte sich die Lage.
Bei den Auseinandersetzungen erlitten 31 Personen der Hertha-Fanszene und 21 Polizistinnen und Polizisten leichte Verletzungen. Der Sanitätsdienst des Veranstalters übernahm die Erstversorgung, vorwiegend wegen Atemwegs- und Augenreizungen. Alle Beamten blieben im Dienst. Die Polizei nahm fünf Strafanzeigen wegen besonders schweren Landfriedensbruchs und eine Anzeige wegen Körperverletzung auf. Alle Festgenommenen kamen nach den polizeilichen Maßnahmen wieder auf freien Fuß.
Kurz nach Beginn des Fußballspiels wurde im Bereich des Unterrings der Ostkurve ein Banner mit polizeifeindlichen Slogan hochgehalten und es wurden wiederkehrend polizeifeindliche Sprüche skandiert. Gegen 20:45 Uhr verließ ein größerer Teil der Hertha-Fanszene die Ostkurve und das Stadion, um sich geschlossen auf dem Olympischen Platz zu sammeln. Dort gaben die Personen polizeifeindliche Gesänge von sich, bevor sie sich später vom Ort entfernten.
Hinweise nimmt das zuständige Fachkommissariat im Landeskriminalamt in der Ringbahnstraße 132 in Berlin-Tempelhof unter der Rufnummer (030) 4664-964510 entgegen. Auch per E-Mail an LKA645Fahndung@polizei.berlin.de können Hinweise gegeben werden. Zeuginnen und Zeugen können sich auch an jede andere Polizeidienststelle wenden oder die Internetwache nutzen.