Polizei warnt: Betrüger nutzen gefälschte Promi-Videos für Krypto-Betrug

(Symbolbild)

Die Polizei Oldenburg warnt vor einer perfiden Betrugsmasche, bei der Kriminelle täuschend echte Werbevideos mit bekannten Moderatoren und anderen Prominenten fälschen, um Anleger um ihr Geld zu bringen.

Ein Senior aus Oldenburg ist dieser Masche kürzlich zum Opfer gefallen. Der Mann war im Internet auf eine Werbeanzeige gestoßen, in der ein aus dem Fernsehen bekannter Moderator angeblich für eine lukrative Geldanlage in Kryptowährungen warb. Vertrauend auf die Authentizität der Anzeige nahm er zunächst telefonisch Kontakt zu den vermeintlichen Anlageberatern auf, später kommunizierte er über einen Messenger-Dienst mit ihnen. Im weiteren Verlauf überwies der Senior einen fünfstelligen Geldbetrag – Geld, das direkt auf die Konten der Betrüger floss statt investiert zu werden. Erst später erkannte er die Fälschung.

Die Ermittler der Polizei Oldenburg haben das Vorgehen der Täter analysiert und warnen vor dem immer gleichen Muster: Über Werbeanzeigen oder Werbeblöcke im Internet werden potenzielle Anleger auf angeblich besonders erfolgreiche Krypto-Handelsplattformen aufmerksam gemacht. Die manipulierten Videos zeigen bekannte Personen, die scheinbar für lukrative Investitionsmöglichkeiten werben.

Die Täter starten ihre Masche mit kleinen Summen. Interessierte investieren zunächst etwa 250 Euro als Startsumme – ein Betrag, der gerade noch gering genug wirkt, um vertrauenswürdig zu sein. Danach beginnt ein längerfristiger Manipulationsprozess: Die Betrüger melden sich regelmäßig über WhatsApp, geben sich freundlich und präsentieren gefälschte Kursgewinne. So entsteht über Tage oder Wochen ein persönliches Vertrauensverhältnis zwischen Opfer und Täter.

Der Betrug wird manifest, wenn die Anleger ihre angeblichen Gewinne auszahlen lassen möchten. Dann verlangen die Kriminellen plötzlich hohe Summen für angebliche Steuern und Gebühren. Wer diese zusätzlichen Zahlungen ablehnt, wird ignoriert – der Kontakt bricht ab. Das investierte Geld ist in der Regel verloren.

Die Polizei Oldenburg gibt folgende Sicherheitsempfehlungen: Seriöse Banken und Handelsplattformen kommunizieren niemals über Messenger-Dienste oder private Mobilfunknummern mit ihren Kunden – wer dies erleben sollte, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Betrüger. Prominente geben im Internet keine geheimen Krypto-Anlagetipps; solche Werbeanzeigen sind nahezu immer gefälscht. Vor einer Geldanlage sollten Interessierte überprüfen, ob das Unternehmen bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) registriert ist. Seriöse Plattformen verlangen niemals zusätzliche Überweisungen für Steuern, Gebühren oder Auszahlungen – solche Forderungen sind ein deutliches Warnsignal für Betrug. Wer den Verdacht hat, Opfer eines Anlagebetrugs geworden zu sein, sollte umgehend Strafanzeige erstatten, keine weiteren Zahlungen leisten und sofort Kontakt zur eigenen Bank aufnehmen.

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