Die Polizei Münster warnt vor einer perfiden Betrugsmasche, mit der Kriminelle ältere Menschen um erhebliche Geldbeträge bringen. Unter dem Vorwand von lukrativen Geldanlagen mit hohen Renditen überreden die Täter ihre Opfer zu immer größeren Überweisungen – oft über mehrere Wochen hinweg.
So funktioniert die Betrugsmethode: Die Täter locken potenzielle Opfer zunächst durch falsche Werbung mit angeblichen Prominenten oder vermeintlich seriösen Finanzangeboten ins Netz. Über einen Link gelangen die Geschädigten auf gefälschte Websites und geben dort erste persönliche Daten wie E-Mail-Adresse oder Telefonnummer preis. Daraufhin melden sich vermeintliche Finanzberater telefonisch und bauen systematisch Vertrauen auf.
Im nächsten Schritt überreden die Betrüger ihre Opfer, spezielle Apps herunterzuladen, über die sie Zugriff auf deren Geräte erhalten. Um Sicherheit vorzutäuschen, überweisen sie zunächst kleine Beträge an die Geschädigten zurück. Dies schafft falsches Vertrauen. Über Tage und Wochen folgen weitere Telefonanrufe, in denen die Opfer unter Anleitung der Täter neue Bankkonten eröffnen. Die Kriminellen übernehmen dann durch Änderung von Zugangsdaten die Kontrolle und transferieren das Geld auf andere Konten oder in Kryptowährung. Mit immer neuen falschen Gewinnversprechen werden die Opfer zu höheren Transaktionen überredet. Der Betrug fällt häufig erst auf, wenn die Geschädigten tatsächlich auf ihr Geld zugreifen möchten.
In Münster wurden der Polizei in jüngster Zeit zwei konkrete Fälle bekannt. Ein 85-Jähriger war im Internet auf angebliche hohe Gewinne durch Künstliche Intelligenz aufmerksam gemacht worden. Mit der Suggestion, dass höhere Einzahlungen zu größeren Gewinnen führen, überwies er über mehrere Wochen verteilt verschiedene Beträge. In einem zweiten Fall erhielt ein 67-Jähriger einen Anruf eines vermeintlichen Vergleichsportals. Der angebliche Mitarbeiter überredete ihn zur Eröffnung eines Festgeldkontos in den Niederlanden, auf das der 67-Jährige hohe Geldsummen überwies.
Die Polizei Münster empfiehlt folgende Schutzmaßnahmen: Geldanlagen über das Internet bergen immer hohes Risiko – vertrauen Sie Unbekannten nicht Ihr Geld an. Überprüfen Sie Finanzanbieter sorgfältig durch Internetrecherchen und Bewertungen. Zuverlässige Informationen finden Sie in der Unternehmensdatenbank der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) unter https://www.bafin.de. Klicken Sie nicht auf Links in E-Mails, da diese auf gefälschte Websites führen können – geben Sie Internetadressen stattdessen manuell ein. Gewähren Sie Fremden niemals Zugriff auf Ihre Geräte und lassen Sie nicht zu, dass Dritte Apps installieren. Bei telefonischen Aufforderungen zum Überweisen von Geld ist besondere Vorsicht geboten – dies sind in den allermeisten Fällen Betrugsversuche. Auch bei Überweisungen ins Ausland gilt: erhöhte Vorsicht. Bedenken Sie jedoch, dass auch deutsche Bankkonten keinen vollständigen Schutz bieten, da Betrüger diese gezielt nutzen, um Vertrauen zu schaffen.