Polizei warnt vor Betrugsanrufen in Vorder- und Südpfalz – Täter erbeuten hohe Geldbeträge

(Symbolbild)

In der gesamten Vorder- und Südpfalz häufen sich derzeit betrügerische Anrufe, bei denen Unbekannte hohe Geldbeträge und Wertgegenstände erbeuten. Die Polizei warnt vor verschiedenen Betrugsmaschen und bittet die Bevölkerung um Mithilfe.

Die Täter gehen dabei äußerst geschickt vor: Sie täuschen Notlagen von angeblichen Angehörigen vor, geben falsche Gewinnversprechen ab oder geben sich fälschlicherweise als Staatsanwälte oder Polizeibeamte aus. Mit manipulativer Gesprächsführung verunsichern sie ihre Opfer so stark, dass diese teilweise sehr hohe Geldbeträge überweisen oder persönlich übergeben.

Die Polizei appelliert besonders an Taxifahrer und Bankmitarbeiter: Wer eine ältere Person zu einer Bank fährt oder ihr einen ungewöhnlich hohen Geldbetrag auszahlen soll, sollte bei verdächtigen Umständen sofort die 110 wählen. „Im besten Fall stellt sich der Sachverhalt als harmlos heraus. Im Zweifelsfall könnten Sie aber auch eine Straftat vereiteln und Mitbürger vor großem Schaden bewahren“, so die Polizei.

Bei den Gewinnversprechen teilen Betrüger mit, dass das Opfer bei einem Gewinnspiel gewonnen hat. Der Gewinn könne jedoch nur ausgezahlt werden, wenn im Voraus Gebühren, Steuern oder andere Kosten bezahlt werden. Die Zahlung soll per Überweisung oder über Pay-Karten wie Google-Play-Karten erfolgen, deren Codes telefonisch übermittelt werden sollen.

Bei falschen Amtspersonen geben sich die Täter als Notare, Gerichtsvollzieher oder Rechtsanwälte aus und versuchen, den Angerufenen zu einer Zahlung zu veranlassen. Falsche Polizeibeamte behaupten, es habe Einbruchsdiebstähle in der Nähe gegeben und das Geld des Angerufenen sei gefährdet. Ein Bote solle es zur sicheren Verwahrung abholen. Die Täter nutzen dabei eine spezielle Technik, die auf der Telefonanzeige die Nummer einer Polizeidienststelle erscheinen lässt.

Eine neue Taktik: Wird das Opfer misstrauisch und verlangt einen Streifenwagen, meldet der Täter bei der Polizei eine angebliche Schlägerei in der Wohnstraße des Angerufenen. So fährt tatsächlich ein Streifenwagen durch die Straße, was die Glaubwürdigkeit der Betrüger stärken soll.

Beim klassischen Enkeltrick rufen Betrüger mit Worten wie „Rate mal, wer hier spricht“ an, geben sich als Verwandte oder Enkel aus und bitten um Bargeld. Als Grund werden finanzielle Engpässe oder Notlagen wie Unfälle oder Autokäufe vorgetäuscht. Eine neue Variante läuft über WhatsApp oder SMS: Die Opfer erhalten Nachrichten von unbekannten Nummern, angeblich von nahen Verwandten, deren Handy defekt sei. Anschließend wird um Begleichung dringender Rechnungen gebeten.

Bei der Kombination aus falschem Polizeibeamten und Enkeltrick ruft zunächst ein angeblicher Verwandter an und erklärt, etwas Schlimmes sei passiert, etwa ein tödlicher Autounfall. Kurz darauf meldet sich ein falscher Amtsträger und erklärt, der Angehörige benötige eine Kaution für den Haftrichter.

Falsche Microsoft-Mitarbeiter behaupten oft auf Englisch oder in gebrochenem Deutsch, auf dem Computer des Angerufenen befinde sich ein Virus. Sie bieten Hilfe an und wollen Fernzugriff auf das Gerät erhalten. Gewährt das Opfer diesen Zugriff, gelangen die Täter an persönliche Daten wie Online-Banking-Passwörter.

Die Polizei gibt folgende Verhaltenstipps: Die Polizei kontaktiert Bürger nie unter der 110. Wenn im Gespräch aufgefordert wird, per Rückruftaste die 110 zu wählen, sollte man auflegen und die Nummer selbst wählen. Bei verdächtigen Anrufen einfach auflegen. Niemals persönliche Daten wie Name, Geburtsdatum oder Bankverbindungen an Fremde weitergeben. Die Polizei schickt keine Zivilkräfte, um Geld oder Wertsachen abzuholen. Bei Anrufen von falschen Microsoft-Mitarbeitern keine Fremdsoftware installieren und verdächtige E-Mails oder SMS löschen, ohne enthaltene Links zu öffnen.

Verdächtige Anrufe sollten bei der nächsten Polizeidienststelle oder per Onlinewache angezeigt werden. Die Polizei empfiehlt außerdem, die Telefonnummer aus Telefonverzeichnissen löschen zu lassen.

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