Die Landespolizeiinspektion Suhl warnt vor einer Betrugsmasche, bei der Täter hochwertige Fahrzeuge mit gefälschten Dokumenten erschleichen. Im Zuständigkeitsbereich der Inspektionen sind bereits mehrere Fälle bekannt geworden.
So funktioniert die Masche: Die Täter nutzen echte ausländische Ausweisdokumente, um sich in Deutschland anzumelden. Anschließend erstellen sie gefälschte Lohnbescheinigungen, auf denen ein hohes Einkommen angegeben ist. Als Arbeitgeber wird entweder eine tatsächlich existierende Firma genannt – bei der die Person aber nicht arbeitet – oder ein nicht existierendes Unternehmen. Mit diesen gefälschten Unterlagen wenden sich die Täter an ein Autohaus und kaufen ein hochwertiges Fahrzeug auf Kredit.
Die finanzierende Bank kann zunächst unter bestimmten Bedingungen eine vorläufige Zusage geben und weitere Unterlagen anfordern. Das Autohaus gibt das Fahrzeug bereits heraus, obwohl die Bank den Kaufpreis noch nicht bezahlt hat. Der Kaufpreis fließt erst, wenn alle Unterlagen vorliegen. Doch genau dann verschwinden die Täter: Sie sind nicht mehr erreichbar und reichen die fehlenden Unterlagen nicht ein. Bei der Überprüfung des angegebenen Arbeitgebers stellt sich heraus, dass die Person dort nicht beschäftigt ist oder das Unternehmen nicht existiert. Das Autohaus bleibt ohne Fahrzeug und ohne Kaufpreis zurück – die Bank bezahlt nicht.
Nach bisherigen Erkenntnissen werden die auf diese Weise erlangten Fahrzeuge anschließend mit gefälschten Fahrzeugpapieren weiterverkauft. Das schadet auch unbeteiligte Käufer: Sie können ein Fahrzeug gutgläubig erwerben und dafür mehrere zehntausend Euro bezahlen. Erst bei einer späteren Zulassung fällt auf, dass die Fahrzeugpapiere gefälscht sind oder das Fahrzeug aus einem Betrugsfall stammt.
Unter den bekannten Fällen befanden sich unter anderem ein Audi Q7 und ein Audi Q8 im Wert von jeweils rund 40.000 bis 45.000 Euro.
Das rät die Polizei: Autohäuser sollten vor der Herausgabe eines finanzierten Fahrzeugs die vorgelegten Einkommensnachweise sorgfältig prüfen und den angegebenen Arbeitgeber direkt kontaktieren. Das Fahrzeug sollte erst dann herausgegeben werden, wenn die finanzierende Bank alle erforderlichen Unterlagen erhalten und den Kaufpreis tatsächlich ausgezahlt hat. Eine vorläufige Finanzierungszusage bedeutet nicht automatisch, dass der Kaufpreis sicher fließt.
Auch Privatpersonen sollten beim Kauf hochwertiger Gebrauchtfahrzeuge aufmerksam sein. Bei auffällig günstigen Angeboten, ungewöhnlichen Fahrzeugpapieren oder einem Verkäufer, der auf schnelle Zahlung drängt, ist besondere Vorsicht geboten. Vor dem Kauf sollte überprüft werden, ob Fahrzeug, Fahrzeugpapiere und Verkäufer tatsächlich zusammengehören.
Die Polizei bittet Autohäuser und potenzielle Fahrzeugkäufer, bei verdächtigen Vorgängen besonders aufmerksam zu sein und mögliche Betrugsfälle unverzüglich anzuzeigen. Rückfragen: Landespolizeiinspektion Suhl, Pressestelle, Julia Kohl, Telefon 03681 32 1503.
Die Entwicklung in Suhl
2024 zählte die Polizei in Suhl 443 Betrugsfälle, 2025 waren es 456 — 2,9 Prozent mehr. Bundesweit ist die Zahl im selben Zeitraum um 7,7 Prozent gesunken.
Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts, 2025.
Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.
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