Die Polizei in der Region Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen setzt verstärkt auf Prävention gegen Wohnungseinbrüche. Am 25. Oktober 2026 findet bundesweit der »Tag des Einbruchschutzes« statt – in diesem Jahr zeitlich zusammenfallend mit der Zeitumstellung unter dem Motto »Eine Stunde mehr für mehr Sicherheit«. Die Polizei nutzt diesen Tag, um die Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren.
»Machen Sie es Einbrechern schwer und stehlen Sie den Tätern auch etwas, nämlich Zeit«, appelliert Polizeihauptkommissarin Kathrin Richter, Beauftragte für Kriminalprävention beim Lüneburger Präventionsteam. Mechanischer Einbruchschutz wirkt tatsächlich: Die längere Arbeitszeit erhöht das Entdeckungsrisiko für Täter erheblich.
Die Zahlen belegen den Erfolg der Präventionsarbeit. Im Jahr 2026 verzeichnen die Ermittler einen Rückgang der Einbruchzahlen um gut 10 Prozent. Im Vorjahr 2025 waren es 346 versuchte und vollendete Einbruchstaten (2024: 342). Zum Vergleich: Im Jahr 2015 gab es noch 603 Einbrüche in der Region, 1993 sogar 1265. Von den 346 Taten im Jahr 2025 blieben weit mehr als jede Dritte »im Versuch stecken« (38,73 Prozent = 134 Versuche). Die Aufklärungsquote liegt bei 19,65 Prozent und befindet sich über dem Landesniveau.
»Der Anteil von Tätern, die eine günstige Gelegenheit zum Einbruch suchen, ist sehr hoch. In den wenigsten Fällen brechen organisierte Banden ein«, erklärt Richter. »Täter finden Schwachstellen, durch die sie leicht eindringen können – besonders offene oder auf Kipp gestellte Fenster und Balkontüren.« Spüren Täter den Widerstand von installierten Fenstersicherungen wie Pilzkopfverriegelungen oder Zusatzschlössern, brechen sie in fast allen Fällen ab.
In der dunklen Jahreszeit wird die Polizei im Rahmen ihres Maßnahmen- und Präventionskonzepts in Zusammenarbeit mit der Bereitschaftspolizei Lüneburg präsent und aktiv sein sowie kontrollieren. Neben polizeiinspektionsübergreifender Fahndungs- und Ermittlungsarbeit setzt die Polizei vor allem auf Hinweise der Bürgerinnen und Bürger, die in der Vergangenheit verdächtige Personen oder Fahrzeuge meldeten und damit die Ermittlungsarbeit unterstützten.
Beratung und Information
Das Präventionsteam der Polizei ist am Sonntag, 1. November 2026, im Rahmen des »Blaulichttags« auf dem Lüneburger Marktplatz mit einem Info-Stand präsent. Individuelle Einbruchschutzberatungen können unter praevention@pi-lg.polizei.niedersachsen.de, Telefon 04131-607-2107, vereinbart werden.
So machen Sie es Einbrechern schwer
Verschließen Sie Fenster, Balkon- und Terrassentüren auch bei kurzer Abwesenheit. Gekippte Fenster sind offene Fenster und von Einbrechern leicht zu öffnen. Auch Keller- oder Nebeneingangstüren sollten grundsätzlich verschlossen sein. Deponieren Sie Haus- oder Wohnungsschlüssel niemals draußen – Einbrecher erahnen die Verstecke.
Rollläden sollten zur Nachtzeit geschlossen werden, nicht tagsüber – sonst signalisieren Sie Ihre Abwesenheit. Sorgen Sie bei Abwesenheit dafür, dass Ihre Wohnung oder das Haus einen bewohnten Eindruck macht. Kümmern Sie sich darum, dass die Mülltonne am Entleerungsdatum an die Straße gestellt wird und Ihr Briefkasten regelmäßig geleert wird. Beleuchten Sie Ihre Räume am Abend – nutzen Sie dafür Zeitschaltuhren oder Smart-Home-Produkte.
Nachbarschaftshilfe verstärkt den Schutz
»Pflegen Sie den Kontakt zu Ihren Nachbarn – für mehr Lebensqualität und Sicherheit. In einer aufmerksamen Nachbarschaft haben Einbrecher kaum eine Chance«, betont Richter. Sind Sie im Urlaub oder länger abwesend, informieren Sie Ihre Nachbarn – das sensibilisiert und man schaut genauer hin.
Achten Sie bewusst auf verdächtige Situationen, Personen oder Fahrzeuge. Achten Sie auf Fremde im Umfeld, im Haus oder auf dem Nachbargrundstück und sprechen Sie sie gegebenenfalls an. In Mehrfamilienhäusern sollten Hauseingang, Keller- und Bodentüren tagsüber geschlossen sein. Betreuen Sie länger abwesende Nachbarn, indem Sie beispielsweise den Briefkasten leeren – es geht darum, einen bewohnten Eindruck zu erwecken.
Notieren Sie Kennzeichen, Fahrzeugtyp und -farbe von fremden Fahrzeugen in Ihrer Umgebung. Prägen Sie sich das Aussehen von unbekannten Personen ein. Bei verdächtigen Situationen oder Gefahr – Hilferufe, ausgelöste Alarmanlagen – rufen Sie sofort die Polizei unter 110.
Mechanische Sicherungstechnik hat Priorität
Nutzen Sie mechanische Sicherungen, die sinnvoll aufeinander abgestimmt sind. Der Einbau geprüfter einbruchhemmender Fenster, Türen und Fenstertüren nach DIN EN 1627 (mindestens Widerstandsklasse RC 2) ist empfohlen. Wichtig sind umlaufende Pilzkopfverriegelungen, einbruchhemmende Fensterbeschläge und abschließbare Fenstergriffe. Der Einbruchschutz von Fenstern kann im Nachhinein deutlich verbessert werden – entscheidend ist die fachgerechte Montage.
Die Polizei empfiehlt geprüfte und zertifizierte Produkte des K-EINBRUCH-Level B für mechanische Absicherung. Premium-Einbruchschutz erreichen Sie mit Produkten, die den K-EINBRUCH-Level A erfüllen. Zusätzlich eingebaute Alarmanlagen bieten besonderen Schutz: Durch ihre Meldewirkung wird das Risiko für den Einbrecher, entdeckt zu werden, wesentlich erhöht. Am besten kombinieren Sie mechanische Sicherungstechnik mit elektronischer Überwachung.
Umfassende Informationen zum Thema finden Sie unter www.k-einbruch.de. Kostenlose Tipps und Ratschläge erhalten Sie auch bei der nächstgelegenen Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle unter www.pd-lg.polizei-nds.de/praevention/beratungsstellen/
Der Ermittlungsbereich Wohnungseinbruchdiebstahl hat eine gesonderte Erreichbarkeit unter Telefon 04131-607-1991 (»WED-Hinweis-Telefon«) eingerichtet. Über diese Nummer können Bürgerinnen und Bürger auch außerhalb von akuten Einsatzanlässen Hinweise weitergeben. Parallel steht auch die E-Mail wed@pi-lg.polizei.niedersachsen.de zur Verfügung.
Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.
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