Das Polizeipräsidium Reutlingen blickt auf ein ereignisreiches Wochenende zurück. Von Samstag bis Sonntag mussten Einsatzkräfte zu mehreren Einsätzen ausrücken – von einer eskalierenden Auseinandersetzung im häuslichen Umfeld über einen lebensbedrohlichen Wanderunfall bis hin zu einem Fund gefährlicher Waffen.
Streit mit Tellerscherbe und Gabel endet im Krankenhaus
Am Samstagabend gegen 19.30 Uhr kam es in Römerschanze zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung. Eine 45-jährige, alkoholisierte Frau griff ihren 29-jährigen Lebensgefährten in ihrer gemeinsamen Wohnung an. Sie attackierte ihn mit einer Tellerscherbe und einer Gabel. Der Mann erlitt mehrere oberflächliche Schnitt- und Stichverletzungen und musste sich in ärztliche Behandlung begeben. Er konnte sich selbstständig aus der Wohnung retten. Die Polizei nahm die 45-Jährige in Gewahrsam und brachte sie zur fürsorglichen Aufnahme in eine psychiatrische Fachklinik.
Ältere Wanderin stürzt 50 Meter eine Böschung hinab
Ein dramatischer Rettungseinsatz ereignete sich am Samstagmittag bei Bad Urach. Eine 81-jährige Wanderin wollte am Rutschenfelsen ihre rutschigen Turnschuhe ausziehen und barfuß weitergehen. Dabei stürzte sie etwa 50 Meter eine Böschung hinunter und zog sich lebensgefährliche Verletzungen zu. Die Bergwacht barg die Seniorin, die anschließend mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen werden musste.
Übergriff im Bus – Polizei sucht Zeugen
Das Polizeirevier Nürtingen ermittelt gegen einen unbekannten Mann, der sich am Samstagvormittag gegen 10.45 Uhr in der Buslinie 188 übergriffig verhalten haben soll. Der Täter soll eine 18-jährige Frau mehrfach gegen ihren Willen geküsst haben. Die Frau konnte dem Mann nach ihrer Ankunft am Aileswasensee entfliehen und verständigte ihre Freunde, die die Polizei hinzuzogen. Der Täter wird als etwa 50 Jahre alter Mann beschrieben, der dunkle, kurze Haare hat, dunkle Kleidung trug und gebrochenes Deutsch mit Nuscheln sprach. Das Polizeirevier Nürtingen bittet unter Telefon 07022/9224-0 um Hinweise zum Täter.
Waldrand-Brand bei Baltmannsweiler
Am Samstagabend gegen 18.30 Uhr meldeten mehrere Personen über Notruf eine Rauchentwicklung im Waldgebiet zwischen Hohengehren und Winterbach. Die Einsatzkräfte fanden einen etwa 20 Meter langen, in Brand stehenden Holzstapel an einem Feldweg im Bereich Asang, nahe der Landesstraße 1150 und der Kreisstraße 1865. Die Feuerwehr löschte das Feuer zügig, bevor es auf den Wald übergreifen konnte. Neun Fahrzeuge und 54 Einsatzkräfte von mehreren Feuerwehren waren im Einsatz. Die genaue Brandursache wird noch ermittelt.
Böller aus Auto gezündet – Schreckschusswaffen beschlagnahmt
In der Nacht zum Sonntag gegen 3 Uhr erhielt die Polizei Nürtingen mehrere Anrufe von Anwohnern in Frickenhausen. Diese meldeten, dass aus einem weißen VW UP heraus Feuerwerkskörper gezündet würden. Im Zuge der Fahndung kontrollierten die Beamten das Fahrzeug mit drei jungen Männern im Alter von 19, 24 und 32 Jahren in der Doktor-Adenauer-Straße. Die Polizisten stellten zwei Schreckschusswaffen mit zugehöriger Munition, mehrere Böller und eine Vielzahl an Raketenpfeifgeschossen sicher. Einige dieser pyrotechnischen Gegenstände unterliegen speziellen Genehmigungspflichten. Das Polizeirevier ermittelt wegen Verstößen gegen das Waffengesetz und das Sprengstoffgesetz.
Mann mit Messer auf Fahrbahn – Pfefferspray eingesetzt
In Köngen löste ein 50-Jähriger in der Nacht zum Sonntag gegen 1.50 Uhr einen Polizeieinsatz aus. Der sichtlich verwirrte Mann stand mit einem Messer in der Hand auf der Fahrbahn der Plochinger Straße. Obwohl die Polizeibeamten ihn mehrfach aufforderten, das Messer fallen zu lassen, setzte er seinen Weg in Richtung Bahnhofstraße fort. Weitere Streifenwagen wurden hinzugezogen. Erst nachdem die Einsatzkräfte Pfefferspray einsetzten und mehrfach nachforderten, legte der Mann das Messer weg und konnte von mehreren Polizisten am Boden fixiert werden. Er erlitt leichte Verletzungen, wurde medizinisch versorgt und anschließend in eine psychiatrische Einrichtung überstellt.
Sexuelle Belästigung im Freibad – Vater greift Polizist an
Das Polizeirevier Nürtingen ermittelt gegen zwei Männer nach einem Vorfall im Nürtinger Freibad am Samstagabend. Gegen 18.45 Uhr verständigte der Sicherheitsdienst die Polizei, weil ein 35-Jähriger ein 12-jähriges Mädchen sexuell belästigt hatte. Als eine Streife den Tatverdächtigen aus dem Schwimmbad geleitet, versuchten Familienmitglieder des Mädchens auf ihn einzuwirken. Der anwesende Sicherheitsdienst konnte dies zunächst verhindern. Sein 56-jähriger Vater riss sich jedoch los und verpasste einem 24-jährigen Polizeibeamten, der gerade den Festgenommenen zum Polizeiauto führte, einen Fußtritt. Der Beamte konnte den Angriff in letzter Sekunde abwehren und weitere Angriffe verhindern. Der 56-Jährige verletzt sich dabei leicht. Eine medizinische Erstversorgung vor Ort war nicht nötig.
Motorrad kollidiert mit Linienbus
Am Samstagmittag gegen 16.10 Uhr ereignete sich auf der Wurmlinger Straße in Rottenburg-Wendelsheim ein Verkehrsunfall. Ein 62-jähriger Motorradfahrer und seine 59-jährige Beifahrerin befuhren die Straße, als der Motorradfahrer aus bislang ungeklärter Ursache nach links von seiner Richtungsfahrbahn abkam und mit einem entgegenkommenden Linienbus kollidierte. Beide Fahrzeugführer verletzten sich leicht und wurden vorsorglich mit dem Rettungsdienst in eine Klinik gebracht. Die Feuerwehr band die austretenden Betriebsstoffe, das nicht mehr fahrbereite Kraftrad wurde verkehrssicher abgestellt. Der Gesamtsachschaden beträgt etwa 15.000 Euro.
Chlorgasaustritt bei Poolreinigung
Am Samstagmittag gegen 13.20 Uhr rückten Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei in den Ortsteil Endingen bei Balingen aus. Ein 64-Jähriger hatte beim Mischen von Chlor für eine Poolanlage eine chemische Reaktion ausgelöst, wodurch Chlorgas und Salzsäure freigesetzt wurden. Der Hausbewohner bekam Reizhusten. Er und seine Ehefrau konnten das Gebäude noch vor Eintreffen der Rettungskräfte selbstständig verlassen. Die Feuerwehr kam mit acht Fahrzeugen und 26 Einsatzkräften. Sie führten unter Einsatz eines Dekontaminationscontainers Messungen durch und belüfteten das Haus. In den beiden bereitgestellten Rettungswagen musste niemand behandelt werden. Die Bewohner durften ins Haus zurückkehren.