Porsche baut 5.000 Stellen in Stuttgart ab – Zukunftspaket mit Lohnkürzungen vereinbart

via dts Nachrichtenagentur

Porsche wird in der Region Stuttgart weitere 5.000 Arbeitsplätze abbauen. Der Sportwagenbauer hat sich mit seinem Vorstand und dem Gesamtbetriebsrat auf ein sogenanntes „Zukunftspaket“ geeinigt, das der Konzern am Montag öffentlich machte. Die Verhandlungen erfolgten unter Beteiligung der IG Metall und des Arbeitgeberverbands Südwestmetall.

Der Stellenabbau soll bis 2035 erfolgen und wird als „sozialverträglich“ gestaltet. Hauptsächlich soll der Rückgang durch natürliche Fluktuation – also durch Pensionierungen und Kündigungen – sowie demografische Effekte erreicht werden. Zusätzlich wird das Sonderprogramm für Altersteilzeit erweitert und freiwillige Aufhebungsverträge angeboten.

Parallel zum Jobabbau müssen Beschäftigte finanzielle Einbußen hinnehmen. Bei Mitarbeitern im Management und im Anwendungsbereich des Porsche-spezifischen Entgeltrahmens werden die aktuelle Tariferhöhung sowie künftige Tarifsteigerungen bis 2035 um insgesamt 3,5 Prozent gekürzt. Das obere und Top-Management verzichtet in den Jahren 2027 und 2028 auf einen wertgleichen Beitrag bei der Erhöhung ihrer Grundvergütung.

Auch bei den Einmalzahlungen greifen Kürzungen: Der freiwillige betriebliche Anteil beim Weihnachtsgeld sinkt bis 2035 von 45 auf fünf Prozent. Dadurch verringert sich das Weihnachtsgeld von bis zu 100 auf 60 Prozent eines Monatsentgelts. Die freiwillige Sonderzahlung wird künftig stärker an Unternehmenserfolg und Ertragskraft gekoppelt.

Im Bereich mobiles Arbeiten wird die Regelung restriktiver: Statt zwölf Tage pro Monat sind künftig maximal acht Tage im Homeoffice möglich. Weitere Maßnahmen betreffen veränderte Rahmenbedingungen für Erholzeitpausen und Taktzeiten in Produktionsbereichen.

Zur Kompensation erhalten IG-Metall-Mitglieder einen neuen „IG-Metall-Bonus“: einen zusätzlichen freien Tag pro Jahr sowie einen Wertgutschein in Höhe von 200 Euro jährlich. Alle Tarifmitarbeiter bekommen im August 2026 eine einmalige Transformationsprämie von 1.500 Euro. IG-Metall-Mitglieder erhalten eine erhöhte Prämie von 1.911 Euro (zusätzlich 411 Euro).

Im Gegenzug sichert sich Porsche damit Investitionen für seine Standorte. Das Unternehmen will bis 2035 kumuliert 2,1 Milliarden Euro in die Standorte Zuffenhausen und Weissach investieren. Mit diesen Mitteln soll langfristig gewährleistet werden, dass die zweitürigen Sportwagen weiterhin in Zuffenhausen produziert werden, das Sonderwunschprogramm ausgebaut werden kann und die Entwicklung sämtlicher Modellreihen in Weissach konzentriert bleibt.

Autor: dts Nachrichtenagentur

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