Am Münchner Hauptbahnhof startet ein neues Sicherheitskonzept: Die sogenannte „Quattro-Streife“ bringt das Polizeipräsidium München, die Bundespolizei München, die DB Sicherheit sowie die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) bei gemeinsamen Patrouillen zusammen. München ist damit die erste Stadt in Bayern, die ein solches Streifenkonzept umsetzt. Bundesweit sind diese Quattro-Streifen bereits erfolgreich in anderen Städten im Einsatz.
Der Münchner Hauptbahnhof zählt mit täglich bis zu 450.000 Reisenden und Besuchern zu den bedeutendsten Verkehrsknotenpunkten Deutschlands. Die hohe Frequentierung und die unterschiedlichen Nutzungsformen erfordern eine enge Abstimmung aller Sicherheitsakteure vor Ort. Die gemeinsamen Streifen bestehen aus Polizistinnen und Polizisten der Münchner Polizei, der Bundespolizei München sowie Beschäftigten der DB Sicherheit und der Münchner U-Bahnwache.
Die Quattro-Streifen fungieren zusätzlich zu den bereits bestehenden Streifen vor Ort. Ziel ist es, die Sicherheitslage im Bereich des Hauptbahnhofes nachhaltig zu stärken und die Zusammenarbeit der beteiligten Behörden und Unternehmen weiter auszubauen. Die neuen Streifen sind zudem Bestandteil des Sofortprogramms für mehr Sicherheit und Sauberkeit an Bahnhöfen der DB InfraGO Personenbahnhöfe.
Durch den gemeinsamen Einsatz sollen Kompetenzen und Erfahrungen gebündelt sowie ein schnelleres und effektiveres Einschreiten ermöglicht werden. Die Quattro-Streife setzt auf eine enge und koordinierte Zusammenarbeit bei der Abwehr von Gefahren sowie bei der Bewältigung von Ordnungsstörungen und Bekämpfung von Straftaten im Bereich des Hauptbahnhofes und dessen Umfeldes.
Der unmittelbare Informations- und Lageaustausch innerhalb der gemeinsamen Streifen schafft ein einheitliches Lageverständnis und verbessert sowohl präventive Maßnahmen als auch die koordinierte Bewältigung aktueller Kriminalitätslagen. Gleichzeitig soll das erkennbare Auftreten der vier Partner das subjektive Sicherheitsgefühl der Reisenden, Besucherinnen und Besucher sowie der Münchner Bevölkerung nachhaltig stärken.
Die zugrundeliegende Kooperationsvereinbarung wurde am Dienstag, 9. Juni 2024, im Rahmen eines Pressetermins am Münchner Hauptbahnhof von Vertretern der vier Institutionen unterzeichnet.
Polizeivizepräsident Christian Huber vom Polizeipräsidium München betonte: „Subjektive Sicherheit zeigt sich nicht in Zahlen, sondern vor allem darin, wie sicher sich Menschen im öffentlichen Raum fühlen. Mit der Quattro-Streife setzen wir deshalb ganz bewusst auf eine sichtbare Präsenz und ein gemeinsames und geschlossenes Auftreten aller Sicherheitspartner.“ Die enge Zusammenarbeit ermögliche ein abgestimmtes und koordiniertes Vorgehen in unterschiedlichsten Einsatzlagen.
Leitender Polizeidirektor Steffen Quaas von der Bundespolizeiinspektion München erklärte: „Der Münchner Hauptbahnhof zählt bereits heute zu den am stärksten bestreiften Orten der Stadt. Mit den gemeinsamen Quattro-Streifen gehen wir nun einen weiteren wichtigen Schritt.“ Die Bundespolizei habe mit vergleichbaren Kooperationen in Hamburg und Leipzig bereits sehr gute Erfahrungen gemacht.
Torsten Malt, Geschäftsführer Produktion und Leiter Regionalbereich Süd bei der DB Sicherheit GmbH, sieht die Quattro-Streifen als zusätzlichen Baustein des DB-Sofortprogramms für mehr Sicherheit und Sauberkeit an Bahnhöfen. „Die Streifen sind ein sichtbarer Beleg dafür, dass Sicherheit ein Thema ist, das uns alle gleichermaßen betrifft. DB, Polizei wie Stadt. Sicherheit ist eine gemeinsame Aufgabe.“
Rainer Cohrs, Leiter SWM-Konzernsecurity und Geschäftsführer der Münchner U-Bahnbewachungsgesellschaft mbH, verwies auf die besonderen Herausforderungen am Hauptbahnhof mit mehreren 100.000 Fahrgästen pro Tag: „Gesellschaftliche Phänomene werden in und um den Hauptbahnhof als zentralem städtischen Ort besonders sichtbar. Umso wichtiger ist es, hier gemeinsam für Sicherheit und Ordnung und ein gutes Miteinander zu sorgen.“