Ransomware-Angriffe auf niederbayerische Firmen: Quick-Reaction-Teams der Kripo im Einsatz

(Symbolbild)

Seit Jahresbeginn waren in Niederbayern vermehrt Unternehmen Opfer digitaler Angriffe durch Verschlüsselungs-Trojaner. Die Kriminalpolizei setzte in den Landkreisen Dingolfing-Landau, Regen und Straubing-Bogen spezielle Quick-Reaction-Teams ein, um die Cyberkriminalität zu bekämpfen.

Bei einem Handwerksbetrieb im Landkreis Dingolfing-Landau verschafften sich zum Jahreswechsel Unbekannte Zugriff auf das Firmennetzwerk und verschlüsselten alle Daten inklusive dem Backup. Die Internetkriminellen forderten das Unternehmen zur Kontaktaufnahme auf. Der IT-Dienstleister konnte das Backup sowie einzelne Daten wiederherstellen. Eine Kontaktaufnahme fand nicht statt, auch gab es keine Lösegeldforderungen.

Anfang Februar traf es ein weiteres Unternehmen im Landkreis Regen: Unbekannte verschlüsselten über eine Sicherheitslücke einen Server. Eine Kontaktaufnahme erfolgte hier nicht, ebenso kam es zu keinem Datenabfluss. Mithilfe eines Backups konnten die Daten wiederhergestellt werden.

Anfang Juni dieses Jahres stellte der Inhaber eines Kfz-Betriebes im Landkreis Straubing-Bogen fest, dass die firmeninterne Software verschlüsselt wurde und ein Zugriff auf die Daten nicht mehr möglich war. Auch das Backup war verschlüsselt.

In allen Fällen ermittelt die Kriminalpolizei und setzt sogenannte Quick-Reaction-Teams ein. Diese Einsatzteams werden seit 1. Juli 2021 bei jeder Kriminalpolizeidienststelle in Bayern nach schwerwiegenden Cyberangriffen direkt vor Ort eingesetzt. Sie bestehen aus spezialisierten IT-Ermittlern und Experten für die forensische Sicherung digitaler Spuren. Die Teams sichern digitale Spuren und beraten die angegriffenen Betriebe.

Die Polizei warnt eindringlich davor, Lösegeld zu zahlen: Es ist nicht sicher, ob die Daten nach Zahlung tatsächlich wieder entschlüsselt werden. Zudem können weitere Forderungen folgen. Stattdessen sollten Betroffene Anzeige erstatten.

Als Schutz empfiehlt die Polizei Unternehmen, ihre IT-Sicherheitsmaßnahmen ständig zu überprüfen und zu aktualisieren. Besondere Priorität sollte auf Backup-Strategien gelegt werden, die gesicherte Daten zuverlässig vom Produktivsystem trennen. Nur durch unangreifbare Datensicherungen können Unternehmen im Fall eines digitalen Angriffs aufwändige Folgen verhindern, die im schlimmsten Fall die Firmenexistenz bedrohen.

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