Die Rentenbeiträge in Deutschland steigen 2028 stärker als bisher prognostiziert. Durchschnittsverdiener müssen im Vergleich zu 2027 mit zusätzlichen Kosten von 510 Euro rechnen, wie das „Handelsblatt“ unter Berufung auf den Rentenexperten im Sachverständigenrat, Martin Werding, berichtet. Bislang war ein Anstieg um rund 480 Euro erwartet worden.
Die monatliche Mehrbelastung für Durchschnittsverdiener beträgt damit rund 42 Euro statt der bisher erwarteten 40 Euro, erklärte Werding. Parallel dazu erhöhen sich auch die Beiträge der Arbeitgeber entsprechend, da diese die Hälfte des Rentenbeitrags tragen.
Die Gesamteinnahmen der Rentenversicherung aus Beiträgen steigen nach Werdnigs Berechnungen ebenfalls stärker als ursprünglich angenommen. Sie erhöhen sich von rund 324 Milliarden Euro im Jahr 2027 auf rund 355 Milliarden Euro im Jahr 2028.
Werding warnte vor der langfristigen Entwicklung: „Das Problem liegt aber nicht in der Korrektur des für 2028 erwarteten Beitragssatzes, sondern in der demografisch bedingten Dynamik, die mit dem sprunghaften Anstieg beginnt.“
Laut der neuen Frühjahrsprognose der Deutschen Rentenversicherung, über die das „Handelsblatt“ berichtet, steigt der Beitragssatz 2028 auf 19,9 Prozent. Im Herbst 2025 war die Rentenversicherung noch von 19,8 Prozent ausgegangen. Bis 2028 würde der Beitragssatz bei den aktuell geltenden 18,6 Prozent stagnieren.