In der rumänischen Stadt Galati ist am frühen Freitagmorgen eine russische Drohne in ein Wohnhaus eingeschlagen und hat zwei Menschen leicht verletzt. Die Drohne traf ein Apartment im zehnten Stock des Hochhauses und löste ein Feuer aus, wie die rumänische Katastrophenschutzbehörde mitteilte. Die gesamte Sprengladung der Drohne detonierte bei dem Einschlag.
Knapp 70 Menschen wurden aus dem betroffenen Gebäude in Sicherheit gebracht. Der durch den Drohneneinschlag ausgelöste Brand konnte gelöscht werden. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Bukarest war die Drohne während russischer Angriffe auf zivile Ziele und Infrastruktur in der Ukraine in den rumänischen Luftraum eingedrungen und über dem Hochhaus in Galati abgestürzt.
Als Reaktion auf den Zwischenfall stiegen zwei F-16-Kampfflugzeuge der rumänischen Luftabwehr vom Militärstützpunkt Fetesti auf, unterstützt von einem Hubschrauber der rumänischen Luftwaffe. Das Verteidigungsministerium beschrieb die Lage als dynamisch.
Der Drohneneinschlag ereignete sich im Zusammenhang mit nächtlichen russischen Angriffen auf das Gebiet um den ukrainischen Hafen Ismajil in der südlichen Oblast Odessa. Eine der Drohnen verfing sich dabei in Stromleitungen, wodurch die Stromversorgung in fünf Dörfern vorübergehend unterbrochen wurde. Ismajil beherbergt den größten ukrainischen Hafen an der Donau und ist als strategisch wichtiger Ort häufig Ziel von Angriffen.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen verurteilte den Angriff scharf und erklärte, Russlands Krieg habe „eine weitere Grenze“ überschritten. Sie bekräftigte die „volle Solidarität“ der EU mit Rumänien und seinen Bürgern. Von der Leyen kündigte an, die „Sicherheits- und Abschreckungsmaßnahmen“, insbesondere an der östlichen Grenze, weiter zu verstärken.
Die EU bereitet unterdessen ein 21. Sanktionspaket gegen Russland vor, um den Druck auf das Land zu erhöhen. Die Nato bekräftigte, dass sie ihre Verteidigungsmaßnahmen gegen alle Bedrohungen, einschließlich Drohnen, weiter ausbauen werde.