Ein russischer Marschflugkörper vom Typ Ch-101 ist am Donnerstag in Polen abgestürzt und hat damit einen Verstoß gegen den polnischen Luftraum verursacht. Das Flugobjekt stürzte in der Nähe des Dorfes Tarnawa-Kolonia ab, etwa 80 Kilometer von der polnisch-ukrainischen Grenze entfernt. Polens Verteidigungsminister Ireneusz Nowak bestätigte, dass es sich „höchstwahrscheinlich“ um einen russischen Marschflugkörper handelt.
Der Absturz ereignete sich während eines massiven russischen Raketenangriffs auf die Westukraine. Polens Premierminister Donald Tusk gab auf der Plattform X bekannt, dass das polnische Militär, die Polizei, die staatliche Feuerwehr und die Geheimdienste eng zusammenarbeiten. „Wir stehen in ständigem Kontakt mit dem Präsidenten der Republik Polen sowie mit dem Nato-Kommando“, erklärte Tusk.
Tusk betonte, dass es keinen Grund zur Annahme gibt, dass Polen das beabsichtigte Ziel des Flugkörpers war. Die ukrainischen Streitkräfte hätten versucht, den Marschflugkörper aufzuhalten. Da das Flugobjekt nicht in einem bebauten Gebiet eingeschlagen ist, habe keine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung bestanden. Polens Verteidigung war bereit gewesen, den Flugkörper abzuschießen, falls er seinen Flug fortgesetzt hätte.
Tusk informierte europäische Staats- und Regierungschefs über die Luftraumverletzung. Diese bekunden laut dem Premierminister „uneingeschränkte Solidarität und ihre Bereitschaft, jede erdenkliche Hilfe zu leisten“.
Autor: dts Nachrichtenagentur