In den Morgenstunden des Montags durchsuchte die Bundespolizei mehrere Wohnungen in Landshut und Nürnberg. Bei den Einsatzmaßnahmen nahmen die Beamten einen 32-jährigen Syrer fest, gegen den ein Haftbefehl wegen banden- und gewerbsmäßigen Einschleusen vorlag. Der Mann wird im Laufe des Tages einem Haftrichter vorgeführt. Zudem stellten die Ermittler umfangreiches Beweismaterial sicher.
Die Durchsuchungen richteten sich gegen eine international tätige Schleusergruppierung. Den Ermittlungen zufolge besteht die Gruppe aus drei männlichen Tatverdächtigen – zwei Syrern und einem Deutsch-Syrer im Alter zwischen 28 und 34 Jahren. Ihnen wird vorgeworfen, zwischen Oktober 2022 und November 2023 bei mindestens 33 Schleusungen insgesamt 236 Personen ins Gebiet der Schengenstaaten, vornehmlich nach Deutschland, eingeschleust zu haben.
Der Gewinn aus diesen Operationen liegt nach Ermittlerangaben im sechsstelligen Bereich. Die Durchsuchungen konzentrierten sich auch auf einen 34-jährigen Deutsch-Syrer, der der Gruppe als sogenannter Hawaladar diente – also als Person, die für die Auszahlung des Schleuserlohnes in Deutschland zuständig war. Bei ihm konnte Bargeld und Gold in einem höheren vierstelligen Bereich sichergestellt werden.
Das Hawala-System ist ein auf Vertrauen basierendes Finanztransaktionssystem aus dem arabischen Raum. Dabei nimmt ein Hawaladar Geld entgegen und weist einen anderen Hawaladar zur Auszahlung an. Die Saldos werden untereinander verrechnet, ein direkter Geldtransfer findet nicht zwingend statt. Durch die weltweite Vernetzung der Hawaladare können Kunden Gelder in nahezu allen europäischen und arabischen Staaten versenden oder empfangen – anonym und ohne staatliche Zulassung oder Aufsicht.
Die Ermittlungen gegen die Schleusergruppierung liefen über zwei Jahre hinweg unter der Leitung der Staatsanwaltschaft Landshut, Abteilung zur Bekämpfung der organisierten grenzüberschreitenden Kriminalität. An den Durchsuchungsmaßnahmen waren insgesamt 40 Beamte und Spezialkräfte der Bundespolizei beteiligt.
Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.
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