Mit einer perfiden Betrugsmasche haben Kriminelle am Dienstag, 23. Juni, eine 79-jährige Frau in Sankt Augustin um wertvollen Schmuck gebracht. Die Beute im Wert von etwa 19.000 Euro besteht aus Goldketten, Armschmuck, einem Ring und einer Brosche.
Der Betrug lief nach einem bekannten Muster ab: Am Nachmittag erhielt die Seniorin mehrere Telefonanrufe von einem Mann, der sich als Polizeibeamter ausgab. Er behauptete, dass es in ihrer Nachbarschaft zu Diebstählen gekommen sei und ihr Name auf einer Fahndungsliste von flüchtigen Tätern stehe. Sie könne das nächste Opfer sein, suggerierte der Anrufer – die einzige Lösung sei es, ihre Wertsachen in Sicherheit zu bringen. Ein Polizist werde daher in Kürze bei ihr vorbeikommen, um ihre Gegenstände zu überprüfen und zu schützen.
Gegen 17:30 Uhr klingelte tatsächlich ein Unbekannter an ihrer Haustür im Heckenweg im Ortsteil Hangelar. Der Mann gab sich als Kommissar aus, die 79-Jährige vertraute ihm ihren Schmuck an. Der vermeintliche Beamte nahm nur den Goldschmuck an sich und verschwand dann mit den übrigen Sachen in unbekannte Richtung.
Der Tatverdächtige wird beschrieben als etwa 1,80 Meter groß und kräftig, mit lichtem Haar und Spitzbart. Er sprach Hochdeutsch.
Die Polizei des Rhein-Sieg-Kreises ermittelt wegen Betruges und bittet unter der Telefonnummer 02241/541-3321 um Hinweise zu Tat oder Tätern. Gleichzeitig warnt die Behörde vor dieser Betrugsmasche und gibt praktische Tipps: Bei derartigen Anrufen sollte man sofort auflegen und niemals persönliche Daten, Informationen zu finanziellen Verhältnissen, Geld oder Wertgegenstände an Fremde übergeben. Im Zweifelsfall sollte man die Polizei verständigen. Familienmitglieder sollten solche Sachverhalte besprechen und sich gedanklich vorbereiten. Ein Kennwort zur Identifizierung von Familienangehörigen kann sinnvoll sein. Wer möchte, kann seinen Telefonbucheintrag ändern, indem er seinen Vornamen kürzt, streicht oder den Eintrag komplett löscht.