Betrüger haben in Fulda erneut mit einem Schockanruf eine Frau um einen fünfstelligen Geldbetrag gebracht. Die Täter setzten ihr Opfer mit einer erfundenen Geschichte über einen schweren Verkehrsunfall unter Druck.
Am Mittwoch, dem 4. November, erhielt die Frau zunächst einen Anruf von jemandem, der sich mit weinerlicher Stimme als Angehörige ausgab. Kurz darauf übernahm eine weitere Frau das Gespräch und gab sich als Krankenschwester aus. Sie behauptete, die Schwester der Angerufenen sei in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt, bei dem sie selbst und weitere Personen verletzt worden seien.
Die angebliche Krankenschwester erklärte dann, dass die Polizei die Handynummer der Angerufenen benötige. Wenig später meldete sich ein Mann, der sich als Polizeibeamter ausgab. Er forderte einen Geldbetrag als Kaution für vermeintliche Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Unfall.
Die Frau glaubte den Schilderungen und übergab gegen 21 Uhr einen fünfstelligen Betrag an einen unbekannten Abholer. Dieser wird wie folgt beschrieben: männlich, etwa 170 Zentimeter groß, etwa 22 bis 30 Jahre alt, schlanke Statur, schwarze Jacke, schwarze Basecap, führte einen Rucksack mit sich.
Die Kriminalpolizei Fulda ermittelt. Zeugen, die im Bereich Ziehers-Nord Hinweise zu der beschriebenen Person geben können, werden gebeten, sich an das Polizeipräsidium Osthessen unter der Telefonnummer 0661/105-0 oder jede andere Polizeidienststelle zu wenden.
So machen Sie sich nicht zum Opfer von Schockanrufen
Die Polizei warnt vor dieser Betrugsmasche. Die Täter gehen geschickt vor und setzen ihre Opfer gezielt unter emotionalen Druck. Durch erfundene Unglücksfälle und das Auftreten angeblicher Amtspersonen versuchen sie, Angst und Sorge um Angehörige auszunutzen. Oft halten die Betrüger ihre Opfer über längere Zeit am Telefon, um zu verhindern, dass diese Angehörige oder andere Vertrauenspersonen kontaktieren und die Geschichte hinterfragen.
Wichtige Verhaltensregeln: Seien Sie besonders aufmerksam, wenn Ihnen am Telefon von einem Unfall oder einer Notlage eines Angehörigen berichtet wird und Geldforderungen damit verbunden sind. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und legen Sie auf, wenn Ihnen die Situation verdächtig vorkommt. Versuchen Sie, die betroffene Person unter einer Ihnen bekannten Telefonnummer selbst zu erreichen – nutzen Sie hierfür nicht die Rückruffunktion.
Weder Polizei noch Staatsanwaltschaft, Krankenhäuser oder Arztpraxen fordern am Telefon Geldbeträge oder Wertgegenstände zur Abwendung von Maßnahmen oder zur Versorgung von Angehörigen an. Erst recht werden keine Personen zur Abholung von Bargeld geschickt. Geben Sie am Telefon keine Auskünfte über Ihre finanziellen Verhältnisse oder vorhandenes Bargeld preis. Informieren Sie bei verdächtigen Anrufen umgehend die Polizei über die Notrufnummer 110.
Sprechen Sie insbesondere mit älteren Familienmitgliedern über diese Betrugsmasche. Erklären Sie die Vorgehensweise und vereinbaren Sie gemeinsam, wie bei solchen Anrufen reagiert werden soll.
Wie die Nachbarkreise dastehen
Im Landkreis Fulda kamen 2025 auf 100.000 Einwohner 812 Betrugsfälle. Am höchsten fällt der Wert unter den Nachbarkreisen im Landkreis Schmalkalden-Meiningen aus: 781 Fälle je 100.000 Einwohner. Landesweit sind es 783.
Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts 2025; Kreisgrenzen © GeoBasis-DE / BKG (2026).
Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.
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