Nach zwei Betrugsfällen mit sogenannten Schockanrufen hat die Polizei am Montag drei Tatverdächtige festgenommen. In beiden Fällen hatten die Täter versucht, ältere Frauen um ihre Ersparnisse zu bringen. Alle drei befinden sich inzwischen auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bayreuth in Untersuchungshaft.
Am Montagvormittag erhielt eine 64-jährige Frau aus Bayreuth gegen 11 Uhr einen Anruf von Betrügern. Diese behaupteten, ein Angehöriger habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht, bei dem ein Mensch ums Leben gekommen sei. Um eine Haftstrafe abzuwenden, forderten sie eine hohe fünfstellige Summe als Kaution. Zudem fragten die Täter nach Wertgegenständen.
Die 64-Jährige durchschaute den Betrugsversuch und spielte zunächst mit. Während sie das Gespräch fortsetzte, verständigte ihr Ehemann die Polizei. Als gegen 12.45 Uhr ein mutmaßlicher Geldabholer in der Nähe des Wohnanwesens erschien, griffen die bereits vor Ort befindlichen Polizisten zu und nahmen ihn fest. Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um einen 19-Jährigen ohne festen Wohnsitz in Deutschland.
Am selben Tag versuchten Betrüger auch in Gefrees, eine 77-jährige Frau um ihre Ersparnisse zu bringen. Um die Mittagszeit erhielt die Seniorin einen Anruf mit einer ähnlichen Geschichte. Die Täter behaupteten, ein Angehöriger habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht, und forderten zur Abwendung einer Haftstrafe eine hohe fünfstellige Summe oder entsprechende Wertgegenstände.
Auch die 77-Jährige erkannte den Betrugsversuch und spielte mit. Gleichzeitig informierte ihr Partner die Polizei. Als wenig später ein mutmaßlicher Geldabholer an ihrem Wohnanwesen erschien, übergab ihm die Frau einen Briefumschlag, den sie zuvor mit Batterien befüllt hatte.
Bei einer sofort eingeleiteten Fahndung entdeckten Polizisten ein verdächtiges Fahrzeug in der näheren Umgebung und kontrollierten es. Im Fahrzeuginneren fanden sie den Briefumschlag mit den Batterien. Die Beamten nahmen die beiden Insassen vorläufig fest. Es handelt sich um zwei Männer im Alter von 22 und 25 Jahren.
Am Dienstag wurden alle drei Tatverdächtigen einem Ermittlungsrichter am Amtsgericht Bayreuth vorgeführt. Dieser erließ jeweils Untersuchungshaftbefehl. Die Männer befinden sich inzwischen in Justizvollzugsanstalten. Die weiteren Ermittlungen führt die Kriminalpolizei Bayreuth unter Leitung der Staatsanwaltschaft Bayreuth. Die Polizei ermittelt auch, ob zwischen den beiden Taten ein Zusammenhang besteht.
Betrugsfälle in Bayern: der Vergleich mit dem Bund
Die Polizei zählte 2025 landesweit 58.827 Betrugsfälle, das sind 444 auf 100.000 Einwohner. Damit steht Bayern deutlich besser als der Bundesdurchschnitt, wo 770 Fälle je 100.000 Einwohner erfasst wurden. Gezählt wird Betrug nach den §§ 263 ff. StGB.
Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts, 2025.
Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.
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