Eine neue Welle von Schockanrufen rollt über Nordfriesland, Schleswig-Flensburg und Flensburg. Die Polizei warnt eindringlich vor einer perfiden Betrugsmasche, bei der Kriminelle sich als Polizeibeamte oder Justizvertreter ausgeben.
Bereits am Dienstag, 28. Juli 2026, meldeten sich mehrere Angerufene bei der Polizei. Am Mittwoch, 29. Juli, häuften sich die Fälle erneut. Alle bisherigen Opfer reagierten allerdings richtig: Sie beendeten das Gespräch, stellten kritische Fragen oder kontaktierten direkt ihre vermeintlich betroffenen Angehörigen – und durchschauten damit die Lüge.
Die Betrüger erzählen ihren Opfern immer die gleiche Geschichte: Ein Sohn, eine Tochter oder ein anderes Familienmitglied habe bei einem Verkehrsunfall einen Menschen überfahren oder sogar getötet. Um eine drohende Haft abzuwenden, müsse sofort eine hohe Kaution bezahlt werden. Die Anrufer bauen dabei gezielt enormen psychischen Druck auf und vermitteln den Eindruck, dass nur sofortiges Handeln helfen könne.
Doch die Schockanrufe sind nur eine von mehreren Betrugsmaschen im Repertoire dieser Kriminellen. Sie nutzen auch andere bekannte Tricks: falsche Polizeibeamte bei Haustürbesuchen, angebliche Bankmitarbeiter, die Konten hacken wollen, oder der klassische Enkeltrick. Die Täter gehen dabei professionell und überzeugend vor. Sie sind rhetorisch geschult, wirken glaubwürdig und setzen ihre Opfer gezielt unter emotionalen Druck – sie spielen mit Angst, mit der Sorge um Angehörige und mit Zeitdruck. Dadurch bekommen Betroffene oft gar nicht die Chance, die Situation in Ruhe zu hinterfragen. Grundsätzlich kann daher jeder Mensch Opfer einer solchen Straftat werden.
Die Polizeidirektion Flensburg appelliert deshalb an alle Bürgerinnen und Bürger: Sprechen Sie mit Eltern, Großeltern, Nachbarn und Freunden über diese Betrugsmaschen. Je mehr Menschen wissen, wie die Täter vorgehen, desto schwächer wird ihre Erfolgschance. Wer bereits Opfer wurde oder verdächtige Anrufe erhält, sollte die Polizei unter dem Notruf 110 erreichen oder die Polizeidirektion Flensburg direkt kontaktieren (Telefon: 0461 / 484 2010, E-Mail: pressestelle.flensburg@polizei.landsh.de). Weitere Informationen zum Thema gibt es auf der Website polizei-beratung.de.
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