Im Landkreis Stade haben Betrüger mit sogenannten Schockanrufen in den vergangenen Tagen rund 30.000 Euro erbeutet. Bei drei bekannten vollendeten Taten fielen die Opfer auf die perfide Masche herein, wie die Polizei Stade mitteilte. Darüber hinaus registrierten die Beamten mehrere weitere Betrugsversuche.
Die Täter geben sich am Telefon als Polizeibeamte, Staatsanwälte oder andere Amtspersonen aus und schildern dramatische Notlagen. In den aktuellen Fällen behaupten sie, ein Angehöriger habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht, bei dem eine Person – teils sogar eine schwangere Frau – tödlich verletzt worden sei. Um eine angebliche Inhaftierung abzuwenden, fordern die Betrüger eine hohe Kaution. In anderen Varianten geben sie vor, es müsse dringend Geld für eine lebensnotwendige Operation gezahlt werden. Im weiteren Verlauf holt eine Person bei den Geschädigten das Geld oder Wertgegenstände persönlich ab.
Die Polizei warnt eindringlich vor dieser Betrugsmasche. Anrufe von unbekannten Nummern sollten möglichst nicht direkt entgegengenommen werden – stattdessen sei ein Anrufbeantworter zu nutzen. Bei emotionalen Notlagen sollten Bürger misstrauisch sein und sich nicht unter Druck setzen lassen. Das Gespräch müsse sofort beendet werden, wenn Geldforderungen gestellt oder persönliche Informationen verlangt werden.
Wichtig sei: Die Polizei, Staatsanwaltschaft oder Rettungsdienste verlangen niemals Geld für Kautionen oder medizinische Notfälle am Telefon. Die Angaben der Anrufer sollten eigenständig geprüft werden, indem bekannte Telefonnummern von Angehörigen selbst gewählt werden.
Ein besonderer Hinweis betrifft das sogenannte Caller ID Spoofing: Dabei können Betrüger Telefonnummern manipulieren, sodass auf dem Display scheinbar eine bekannte Nummer – etwa von Angehörigen oder der örtlichen Bank – angezeigt wird. Tatsächlich steckt jedoch eine andere Rufnummer dahinter. Hier empfiehlt die Polizei, innerhalb der Familie ein persönliches Codewort für Notfälle zu vereinbaren, das im Ernstfall abgefragt werden kann.
Wer einen solchen Anruf erhalten hat, soll sich unter 04141-102215 bei der Polizei Stade melden. Bürger sollten auch ihre Angehörigen und Nachbarn über diese Betrugsmasche informieren und umgehend die Polizei unter dem Notruf 110 alarmieren, wenn sie aufgefordert werden, Geld oder Schmuck zu übergeben. Nur so könne die Polizei die Täter möglicherweise auf frischer Tat erwischen. Für weitere Informationen und individuelle Beratung zum Thema Telefonbetrug steht die Beauftragte für Kriminalprävention der Polizeiinspektion Stade unter 04141-102109 zur Verfügung.