Schütze nach Angriff auf Polizist in Göttingen weiter flüchtig – Großfamilien-Streit eskalierte

(Symbolbild)

Nach den Schüssen auf einen Polizisten in Göttingen am Samstagabend ist der Täter weiterhin auf der Flucht. Die Polizei ermittelt mit Hochdruck nach dem Unbekannten, der während einer Auseinandersetzung zwischen zwei rivalisierenden Großfamilien einen Beamten schwer verletzte.

Der Vorfall ereignete sich am Samstagabend (13. Juni 2026) am Weender Tor. Nach polizeilichen Erkenntnissen waren mehrere Personen aus zwei verschiedenen Streitparteien an der Auseinandersetzung beteiligt, die der Schussabgabe vorausging. Der unbekannte Schütze feuerte einen oder mehrere Schüsse aus einer scharfen Waffe ab und traf dabei den Polizeibeamten schwer. Der Zustand des verletzten Beamten ist mit Stand Sonntag unverändert stabil.

Die Ermittlungen konzentrieren sich auf die Identifizierung und Ergreifung des mutmaßlichen Schützen. Dabei prüft die Polizei auch, ob ein Zusammenhang mit zurückliegenden Auseinandersetzungen zwischen zwei örtlichen Großfamilien besteht. Die Staatsanwaltschaft Göttingen ist von Beginn an eng in die laufenden Ermittlungen eingebunden.

Für die Aufklärung der Tat hat die Polizei ein Hinweisportal eingerichtet, über das Bürger private Handyvideos und anderes Bildmaterial von dem Geschehen zur Verfügung stellen können. Das Portal ist unter dem Link https://fcld.ly/hnws erreichbar. Auf die bereits veröffentlichten Pressemitteilungen gingen bei der Polizei zeitnah mehrere Hinweise ein, die zurzeit ausgewertet werden.

Die intensiven spurentechnischen Untersuchungen rund um den Tatort konnten am frühen Sonntagmorgen (14. Juni 2026) abgeschlossen werden. Der Bereich im Umfeld des Weender Tores war für die Dauer der komplexen Maßnahmen weiträumig abgesperrt – diese Sperrungen wurden am frühen Sonntagmorgen sukzessive aufgehoben. Die Auswertung des gesicherten Spurenmaterials sowie der umfangreichen Zeugenbefragungen dauert an.

Polizeipräsidentin Tanja Wulff-Bruhn äußerte sich zu dem Vorfall: „Priorität hat derzeit der Gesundheitszustand des schwer verletzten Kollegen – seine bestmögliche medizinische Versorgung und vollständige Genesung liegt in unser aller Interesse. Wir sind alle in Gedanken bei ihm, seinen Angehörigen, Freundinnen und Freunden und auch bei den Kolleginnen und Kollegen, die diese schreckliche Tat mit ansehen mussten. Daher setzen wir alles daran, den Schützen so schnell wie möglich dingfest zu machen.“

Marco Hansmann, Leiter der Polizeiinspektion Göttingen, ergänzte: „Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren und auf allen Ebenen. Es wird viel Präsenz in der Stadt geben, nicht nur um die Bürgerinnen und Bürger im Sinne der Gefahrenabwehr zu schützen, sondern ihr Sicherheitsgefühl vor dem Hintergrund dieser Tat wieder zu stärken.“

Weitere sachdienliche Hinweise nimmt die Polizei Göttingen unter der Telefonnummer 0551/491-2115 entgegen.

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