Die Münchner Polizei hat in den vergangenen Tagen mehrere Straftaten aufgeklärt und insgesamt 14 Tatverdächtige festgenommen. Die Vorfälle reichten von Einbrüchen über Urkundenfälschung bis hin zu einer Brandstiftung in einer Kirche.
Der schwerste Vorfall war eine Brandstiftung in der St.-Johannes-Kirche in Haidhausen am Samstag, 23. Mai, gegen 22 Uhr. Die 41-jährige deutsche Pfarrerin stellte Brandgeruch und Rauch im Kirchengebäude fest und rief die Feuerwehr. Die Einsatzkräfte konnten den Brand schnell löschen. Eine Holztüre wurde beschädigt und Teile der Innenwände verrußt. Der Schaden liegt im vierstelligen Eurobereich. Im versperrten Kirchenschiff fanden die Ermittler Reste eines abgebrannten Pappkartons – die Polizei geht von vorsätzlicher Brandstiftung aus. Das Kommissariat 13 ermittelt und sucht Zeugen, die im Bereich der Preysingstraße etwas Verdächtiges beobachtet haben.
Bei einem Supermarkt-Einbruch in Höhenkirchen am Montag, 25. Mai, gegen 14.35 Uhr brach ein 59-jähriger Deutscher über die Haupteingangstür gewaltsam in den Laden ein. Drei Personen beobachteten die Tat – einer verständigte die Polizei, ein anderer filmte den Vorfall. Die Beamten nahmen den Mann im Supermarkt fest. Er wehrte sich gegen die Festnahme, dabei wurden zwei Polizisten leicht verletzt. Der 59-Jährige wurde wegen besonders schweren Diebstahls und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte angezeigt und später wieder entlassen.
Wegen Bedrohung mit einer Waffe nahm die Polizei einen 15-jährigen Deutschen fest. Am Sonntag, 24. Mai, gegen 2.25 Uhr hatte ein 25-jähriger Jemenite den Notruf gewählt und angegeben, am U-Bahnhof Fürstenried-West von einem Mann mit einer Pistole bedroht worden zu sein. Über die Videoüberwachung konnte die Polizei den Täter verfolgen – er war in eine U-Bahn gestiegen. Die Einsatzzentrale kontaktierte sofort die MVG und verhinderte, dass die U-Bahn abfuhr. Der Jugendliche wurde festgenommen, bei ihm fanden die Beamten eine Softair-Pistole. Nach der Anzeige wurde er an eine Jugendeinrichtung übergeben.
Bei einem groß angelegten Betrug mit gefälschten Rezepten für teure Krebsmedikamente nahm die Polizei zwei Männer fest. Seit Donnerstag, 21. Mai, waren vermehrt hochpreisige Krebsmedikamente telefonisch in Apotheken im Stadt- und Landkreis München vorbestellt worden. Mehrere Apotheken informierten das Kommissariat 84. Am Freitag, 22. Mai, gegen 17.05 Uhr wollten ein 50-jähriger Deutscher und ein 43-jähriger Ukrainer in einer Apotheke in Planegg ein gefälschtes Rezept einlösen. Die Mitarbeiterin rief die Polizei, beide wurden festgenommen. Den Männern konnte eine weitere Tat am Freitagnachmittag in der Münchner Innenstadt nachgewiesen werden. Bei dem 50-Jährigen fanden die Beamten zwei weitere gefälschte Rezepte. Bei Durchsuchungen der Wohnungen entdeckte die Polizei bei dem Deutschen auch Betäubungsmittel. Gegen beide erließ ein Ermittlungsrichter Haftbefehle wegen gewerbsmäßiger Urkundenfälschung und Verstößen gegen das Arzneimittelgesetz.
Sechs Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren nahm die Polizei wegen fußballbezogener Schmierereien in Giesing fest. Am Samstag, 23. Mai, gegen 11.15 Uhr meldeten Passanten, dass eine Gruppe Graffiti an Gebäude und Schaufenster in der Tegernseer Landstraße sprüht. Eine Person soll einen pistolenähnlichen Gegenstand in der Hand gehabt haben. Über zehn Polizeistreifen rückten aus und stellten die sechs Tatverdächtigen – Deutsche, aber auch Jugendliche mit australischer, afghanischer und ukrainischer Staatsangehörigkeit. Bei einem 15-Jährigen fanden die Beamten zwei Softair-Pistolen, unter einem parkenden Auto mehrere Spraydosen. Der Sachschaden wird auf mehrere Tausend Euro geschätzt. Die Jugendlichen wurden ihren Eltern übergeben und müssen sich wegen Sachbeschädigung verantworten.
Fünf junge Männer zwischen 17 und 18 Jahren nahm die Polizei nach einem Kellereinbruch in Haar fest. Am Montag, 25. Mai, gegen 6 Uhr drangen mehrere Personen gewaltsam in ein Kellerabteil eines Mehrfamilienhauses ein und stahlen Kleidung und elektronische Geräte. Der 22-jährige deutsche Kellerinhaber wurde durch Lärm aufmerksam, die Täter flüchteten zunächst. Bei der sofort eingeleiteten Fahndung stellte die Polizei in der Nähe einen Pkw mit fünf Tatverdächtigen fest – einem 17-jährigen Deutschen, einem 17-jährigen Bosnier, einem 18-jährigen Deutsch-Türken, einem 18-jährigen Deutsch-Kosovaren und einem 18-jährigen Bulgaren. Das Diebesgut wurde bei ihnen sichergestellt. Nach der Anzeige wegen besonders schweren Diebstahls und Benachrichtigung der Eltern der Minderjährigen wurden alle wieder entlassen.