Sexuell übertragbare Krankheiten in Europa erreichen Rekordwerte – Gonorrhö-Fälle steigen um 303 Prozent

via dts Nachrichtenagentur

Sexuell übertragbare Infektionen haben in Europa im Jahr 2024 Rekordwerte erreicht. Das geht aus neuen Daten des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurden. Besonders stark stiegen die Fälle von Gonorrhö und Syphilis.

Die aktuellen epidemiologischen Berichte des ECDC zeigen einen dramatischen Anstieg bakterieller sexuell übertragbarer Infektionen in ganz Europa. Die Zahl der Gonorrhö-Fälle stieg auf 106.331, was einem Anstieg von 303 Prozent seit 2015 entspricht. Syphilis-Fälle verdoppelten sich im gleichen Zeitraum auf 45.577. Die Meldungen von Gonorrhö und Syphilis erreichten zusammen mit der angeborenen Syphilis ihre höchsten Werte seit über einem Jahrzehnt.

Chlamydien blieben mit 213.443 Fällen die am häufigsten gemeldete Infektion. Auch bei venerischen Lymphknotenentzündungen (LGV) war mit 3.490 gemeldeten Fällen eine anhaltende Übertragung zu beobachten.

Die Übertragungstrends variierten erheblich zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Männer, die Sex mit Männern haben, waren am stärksten betroffen, mit den steilsten langfristigen Anstiegen bei Gonorrhö und Syphilis. Unter heterosexuellen Bevölkerungsgruppen stieg die Syphilis insbesondere bei Frauen im gebärfähigen Alter, was zu einer fast Verdopplung der Fälle von angeborener Syphilis von 78 im Jahr 2023 auf 140 im Jahr 2024 führte.

Das ECDC beklagte Lücken in der Testung und Prävention und forderte dringend gezielte Maßnahmen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, auch unter Frauen im gebärfähigen Alter. Die Behörde empfiehlt, die Vorsorgeuntersuchungen während der Schwangerschaft zu verbessern, um eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung der Syphilis zu gewährleisten und eine Übertragung auf den Fötus zu verhindern.

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