Ein Sorgerechtsstreit ist nach Einschätzung der Ermittler das Motiv für die tödlichen Schüsse in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade. Ein 45-jähriger Mann soll am Montagabend sechs Menschen erschossen haben. Die Lüneburger Polizei nahm den Verdächtigen nach seiner Flucht fest.
Bei den Opfern handelt es sich um zwei Männer und vier Frauen, die alle in der Einrichtung beschäftigt waren. Der 45-Jährige flüchtete nach der Tat in einem Mercedes, wurde jedoch von Polizeikräften gestellt. Die Fahrerin des Fahrzeugs ist eine Frau mit enger Verbindung zur Familie des Verdächtigen.
Die Ermittler beschreiben die Tat als „extrem kaltblütige Gewalttat“ aus familiären Motiven. Der mutmaßliche Täter war der Polizei bekannt, stand aber bislang nicht im Verdacht, gewalttätig zu sein. Er verfügte über keine Waffenerlaubnis. Die Herkunft der verwendeten Waffe ist derzeit unklar.
Zum Zeitpunkt des Angriffs befanden sich die dreijährige Tochter des Verdächtigen und deren Mutter in der Jugendhilfeeinrichtung. Beide blieben unverletzt. Die Polizei bittet um Rücksicht auf die Angehörigen der getöteten Mitarbeiter. Die Ermittlungen dauern an, um die genauen Hintergründe aufzuklären.
Autor: dts Nachrichtenagentur