Osnabrück – Nationale und internationale Sicherheitsbehörden beraten über gemeinsame Strategien gegen Sprengstoffdelikte. Auf einer Fachkonferenz am 15. Oktober 2026 kamen Vertreter der Polizeien Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg zusammen mit dem Bundeskriminalamt, dem Zollkriminalamt sowie Behörden der Niederlande und der Schweiz in Osnabrück zusammen. Gastgeber war die Polizeidirektion Osnabrück im Rahmen des EU-Projekts ISF LUMEN Expanded.
Die Sprengstoffkriminalität nimmt zu. Organisierte Banden setzen zunehmend auf Explosivstoffe und werden brutaler. Hinzu kommt ein neues Phänomen: Über digitale Plattformen werden Minderjährige zur Ausführung von Gewalttaten und Sprengstoffanschlägen angeworben – ein Modell, das unter dem Begriff „Violence as a Service“ bekannt ist. Seit dem 1. August gilt in den Niederlanden ein nationales Feuerwerksverbot, das zu Ausweich- und Verlagerungseffekten im Grenzraum führen dürfte.
Die Polizeidirektion Osnabrück leitet das Teilprojekt „Explosives“, das sich gezielt auf die Bekämpfung von Geldautomatensprengungen und Straftaten mit Explosivstoffen konzentriert. Polizeipräsident Friedo de Vries betonte auf der Konferenz: „Kriminalität macht an Staatsgrenzen nicht Halt – unsere Sicherheitsarchitektur darf es erst recht nicht. Ein eng abgestimmtes, operatives und strategisches Vorgehen mit unseren europäischen Partnern ist der entscheidende Hebel.“
Aus den Niederlanden nahm Martin Sitalsing, Polizeichef der regionalen Politie Eenheid Noord-Niederlande, teil. Er wies auf einen zentralen Punkt hin: „Sprengstoffe werden oft über Depots im deutsch-niederländischen Grenzgebiet ins Land geschmuggelt. Wenn wir hier mehr Handhabe gewinnen, schaffen wir ein spürbar sichereres Lebensumfeld.“
Im Mittelpunkt der Beratungen standen rechtliche und operative Anpassungen. Diskutiert wurden einheitliche europäische Regelungen beim Umgang mit Explosivstoffen und pyrotechnischen Erzeugnissen, die Einführung von „Track and Tracing“-Systemen zur lückenlosen Rückverfolgbarkeit sowie intensivierte, gemeinsam abgestimmte Kontrollaktionen von Polizei, Zoll und Ordnungsbehörden im deutsch-niederländischen Grenzgebiet vor und während des Jahreswechsels.
Landespolizeidirektor Bernd Gründel sagte: „Neue Entwicklungen machen einen frühzeitigen Austausch von Informationen und gemeinsame Lagebewertungen erforderlich. Mit ISF LUMEN Expanded stärken wir den Ansatz der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit weiter.“
Das EU-Projekt wird durch den Internal Security Fund der Europäischen Union mit mehreren Millionen Euro gefördert. Unter der Gesamtprojektleitung des Landeskriminalamts Baden-Württemberg bekämpfen die Beteiligten organisierte Kriminalität in den Bereichen schwere gruppenbezogene Gewaltkriminalität, Geldautomatensprengungen, Straftaten mit Explosivstoffen, Callcenter-Betrug und organisierte Kfz-Kriminalität. Dies erfolgt durch Prävention, operative Maßnahmen und Ermittlungen, Trainings, Austausch von Fachleuten, Harmonisierung von Verfahren, Verbesserung der technischen Möglichkeiten, Öffentlichkeitsarbeit sowie die Stärkung europäischer Polizeinetzwerke.
Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.
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