Staatsschutz ermittelt nach Hitlergruß bei WM-Autokorso in Kassel

(Symbolbild)

Bei einem Autokorso anlässlich des WM-Spiels Deutschland gegen Elfenbeinküste ist es in der Nacht zum Sonntag in der Kasseler Innenstadt zu einem größeren Polizeieinsatz gekommen. Ein 28-Jähriger aus dem Landkreis Kassel soll auf dem Dach eines Ford Mustang stehend den Hitlergruß gezeigt haben.

Der Vorfall ereignete sich gegen 1:20 Uhr auf der Friedrich-Ebert-Straße. In dem Fahrzeug saßen neben dem 28-Jährigen zwei weitere Männer im Alter von 22 und 40 Jahren sowie eine 16-Jährige. Der Verkehr war zu diesem Zeitpunkt aufgrund der vielen Personen und Fahrzeuge beim Autokorso bereits nahezu zum Erliegen gekommen.

Nachdem der Mann den Hitlergruß zeigte, griffen zahlreiche Umstehende an. Sie beschädigten den Ford Mustang erheblich und rissen unter anderem das Kennzeichen ab. Die Buchstaben- und Zahlenkombination des Kennzeichens stellt nach Angaben der Polizei eine bekannte Symbolik im Rechtsextremismus dar. Über die geöffneten Fenster wurden die Fahrzeuginsassen teilweise attackiert. Mit dem Einsatz zahlreicher Polizeikräfte gelang es, weitere Aktionen zu unterbinden. Alle beteiligten Personen wurden festgenommen und aufs Revier gebracht.

Die Kriminalinspektion Staatsschutz des Polizeipräsidiums Nordhessen hat die Ermittlungen übernommen. Sie ermittelt gegen den 28-Jährigen wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Zwei Männer im Alter von 20 und 25 Jahren werden verdächtigt, die Fahrzeuginsassen angegriffen zu haben. Ihnen wird Landfriedensbruch und Sachbeschädigung vorgeworfen. Die Beamten überprüfen auch Videos im Internet auf deren Authentizität und mögliche weitere Ermittlungsansätze.

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