Stalking in Niedersachsen: Weniger Fälle, aber digitale Bedrohung wächst

(Symbolbild)

Die Anzahl der Stalking-Fälle in Niedersachsen ist 2025 leicht gesunken. Nach der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) registrierte die Polizei 2.354 Fälle von Nachstellung nach § 238 StGB — ein Rückgang um 1,5 Prozent gegenüber 2024 mit 2.389 Fällen. Die Aufklärungsquote bleibt mit 93,2 Prozent auf sehr hohem Niveau, weil Täter und Opfer in fast allen Fällen sich kennen.

Doch das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen warnt vor einer besorgniserregenden Entwicklung: Die Intensität der Überwachung durch technische Hilfsmittel nimmt deutlich zu. Der digitale Raum erweitert die Reichweite klassischer Nachstellung erheblich. Täter kombinieren inzwischen Datensammlung aus öffentlichen und halboffenen Informationen — etwa aus sozialen Netzwerken — mit der Installation von Kontrollinstrumenten auf Geräten, Account-Übernahmen, Standort- und Tracker-Technik sowie Droh- und Rufschädigungsformen wie Doxxing und Deepfakes.

Das LKA identifiziert bei modernen Tätern ein strategisches Vorgehen, das einer logischen Kette folgt: Zunächst sammeln Täter über soziale Netzwerke und frei verfügbare Daten Informationen über Bewegungsprofile und Kontaktlisten. Im zweiten Schritt verschaffen sie sich durch kurzfristiges Entwenden des Smartphones oder das Erraten von Passwörtern Zugang zum «digitalen Leben». Anschließend ermöglichen sogenannte Stalkerware — heimliche Überwachungs-Apps — oder Bluetooth-Tracker wie AirTags eine rund um die Uhr laufende Kontrolle. Den Abschluss bilden oft Drohungen durch die Veröffentlichung privater Daten oder täuschend echte, manipulierte Bilder und Videos.

Die Reaktion der Betroffenen auf diese technische Kontrolle kann über den weiteren Verlauf entscheiden. Das LKA warnt: Wenn Opfer Spionage-Software sofort deinstallieren, verschwinden wertvolle digitale Beweise. Zudem ist die digitale Überwachung oft so engmaschig, dass Täter sofort benachrichtigt werden, wenn die Software entfernt wird — was in gewaltgeprägten Beziehungen zu unvorhersehbaren Reaktionen führen kann.

Das LKA empfiehlt daher ein besonnenes und strategisches Vorgehen: Betroffene sollten frühzeitig Anzeige erstatten, wenn sie das Gefühl haben, verfolgt oder belästigt zu werden. Vor technischen Änderungen sollten Screenshots erstellt und ein Stalking-Tagebuch geführt werden — die Stiftung WEISSER RING bietet auf ihrer Webseite ein Tagebuch zum Download an. Hilfe gibt es bei Beratungsstellen und Opferschutzorganisationen wie dem WEISSEN RING unter der Telefonnummer 116 006. Erst nach solcher Beratung sollten Passwörter über ein neutrales Gerät geändert und die Zwei-Faktor-Authentisierung (MFA) aktiviert werden.

Dabei ist wichtig, nicht nur Internet-Accounts (E-Mail, Benutzerkonten der Smartphone-Anbieter, Social Media, Online-Banking) zu schützen, sondern auch eigene Geräte wie Smartphone, Tablet, Computer, Router und private Überwachungskameras zu überprüfen, die möglicherweise durch Dritte manipuliert wurden.

Das LKA betont: Entscheidend ist ein strategisches Vorgehen, das rechtliche Absicherung und digitale Selbstbestimmung verbindet. Im Mittelpunkt steht die Kontrolle über die eigene digitale Identität. Dazu gehören sichere Passwörter, konsequente Nutzung von Zwei-Faktor-Authentisierung und bewusster Umgang mit persönlichen Daten im Netz. Social-Media-Profile sollten möglichst restriktiv eingestellt und Standortfreigaben deaktiviert werden. Technische Schutzfunktionen wie «Unknown Tracker Alerts» helfen, unbemerkte Ortung frühzeitig zu erkennen. Ergänzend bieten rechtliche Möglichkeiten nach dem Gewaltschutzgesetz (GewSchG) zusätzlichen Schutz durch Kontakt- und Näherungsverbote.

Stalking wird in Deutschland als Straftat erfasst und ist beschrieben als wiederholte, unbefugte Nachstellung in einer Weise, die geeignet ist, die Lebensgestaltung ziemlich hoch zu beeinträchtigen. Weitere Informationen gibt es auf der Webseite polizei-beratung.de unter dem Stichwort Stalking.

Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz (Claude von Anthropic) erstellt. Die Daten stammen aus zuverlässigen Quellen, der Text wurde maschinell generiert und redaktionell geprüft.

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