Der Arbeitskreis Steuerschätzung hat seine Erwartungen für die kommenden Jahre deutlich nach oben korrigiert. Für das laufende Jahr 2026 wurde die Prognose der Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Gemeinden allerdings um rund eine Milliarde heruntergesetzt, wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Herbst-Steuerschätzung hervorgeht.
Bei den Bundessteuern fallen die Einnahmen in 2026 sogar um drei Milliarden Euro niedriger aus als noch im Frühjahr erwartet. Dagegen wurden die Erwartungen für Länder-, Gemeinde- und insbesondere EU-Steuern erhöht. Für die Folgejahre rechnen die Steuerschätzer nun mit jeweils über zehn Milliarden Euro mehr Einnahmen. Unterm Strich wird die Gesamtprognose für den Schätzzeitraum 2026 bis 2030 bei allen Steuerarten um über 43 Milliarden Euro nach oben gesetzt.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) äußerte sich bei der Vorstellung der Zahlen optimistisch: „Wir stehen robust da“. Für 2027 gewinne man durch die erhöhte Prognose allerdings „insgesamt keine neuen Spielräume hinzu“, müsse dafür aber auch keine neuen Lücken schließen. Klingbeil warnte jedoch: „Darüber hinaus gilt aber ganz klar: Wir werden im Bundeshaushalt weiter konsolidieren müssen, um uns Handlungsspielräume für die Zukunft zu erarbeiten.“
Grundlage der Steuerschätzung sind die gesamtwirtschaftlichen Eckwerte der Herbstprojektion der Bundesregierung. Die Wachstumserwartungen für das laufende Jahr wurden gegenüber der Frühjahrsprojektion deutlich nach oben angepasst. Das Finanzministerium führt dies vor allem auf eine „dynamischere gesamtwirtschaftliche Entwicklung im ersten Halbjahr“ zurück, als angesichts der steigenden Energiepreise im Frühjahr erwartet worden war. Die günstigere Entwicklung geht maßgeblich auf höhere Exporte zurück. Der weltweite KI-Boom hat für eine erhöhte Nachfrage gesorgt.
Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz aus offiziellen Quellen erstellt und redaktionell geprüft.
Autor: dts Nachrichtenagentur