Südhessen startet E-Scooter-Kampagne: Unfallzahlen alarmierten Polizei

"E-Scooter? Nur mit Plan. Regeln kennen. Sicher ankommen" - Polizeipräsidium Südhessen startet Präventionskampagne zum Heinerfest

Das Polizeipräsidium Südhessen startet zum Heinerfest eine Präventionskampagne gegen unsicheres Fahren mit E-Scootern. Unter dem Motto „E-Scooter? Nur mit Plan. Regeln kennen. Sicher ankommen“ will die Behörde jugendliche Nutzer, Eltern und Gelegenheitsfahrer erreichen – denn die Unfallbilanz ist besorgniserregend.

Im vergangenen Jahr registrierte die Hessische Polizei 1.505 Unfälle mit E-Scootern – fast 40 Prozent mehr als 2024. Besonders tragisch: Fünf Menschen starben bei Scooter-Unfällen, vier davon waren jünger als 25 Jahre. In Südhessen selbst ereigneten sich 2025 bereits 218 Verkehrsunfälle mit Elektrokleinstfahrzeugen, gegenüber 133 im Vorjahr. Die Bilanz: ein Todesopfer, 26 Schwerverletzte und 135 Leichtverletzte.

Die E-Scooter sind seit 2019 als Verkehrsmittel zugelassen und erlebten seitdem einen rasanten Aufschwung in Städten wie Darmstadt und Rüsselsheim, aber auch im ländlichen Raum. Bei jungen Menschen sind die wendigen Fahrzeuge besonders beliebt – per App lassen sie sich unkompliziert auswählen und bewegen. Doch genau diese Leichtigkeit verleitet viele Nutzer zu gefährlichem Verhalten.

Die Polizei dokumentiert vermehrt Verstöße: verbotswidrige Nutzung von Gehwegen und anderen Verkehrsflächen, Fahren unter Alkohol- und Drogeneinfluss, Missachtung von Rotlicht an Ampeln und das illegale Mitnehmen von Personen. Diese Verhaltensweisen schlagen sich unmittelbar in den Unfallstatistiken nieder.

Das Polizeipräsidium Südhessen setzt künftig auf zwei Säulen: verstärkte Kontrollen und intensive Prävention. Die neue Kampagne startet zwischen dem 2. und 11. Juli und nutzt dafür ein breites Netzwerk: Auf 430 Bildschirmen in Bussen und Bahnen von HEAG Mobilo werden Präventionshinweise ausgestrahlt.

Darüber hinaus plant die Polizei ganzheitliche Verkehrskontrollen zusammen mit den Kommunen. Diese sollen Fahrzeugführer auf Alkohol- und Drogenkonsum überprüfen – bei E-Scooter-Fahrern gelten hierfür die gleichen Regelungen wie bei anderen Kraftfahrzeugführern. Auch die technischen Einrichtungen werden kontrolliert: Die Polizei prüft auf ordnungsgemäße Funktion und technische Manipulationen. Zudem wird die Fahrzeugindividualnummer (FIN) mit den polizeilichen Fahndungssystemen abgeglichen, um entwendete oder unversicherte Scooter aufzuspüren.

„E-Scooter sind beliebt und das Fahren macht Spaß“, betont die Polizei. „Aber es handelt sich nicht um Spielzeuge, sondern um Verkehrsmittel, die verantwortungsvoll genutzt werden müssen.“ Letztlich könne jeder einzelne Fahrer durch regelkonformes Verhalten seine eigene Sicherheit und die der übrigen Verkehrsteilnehmer erhöhen.

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