Die Polizei in Südosthessen warnt vor einer perfiden Betrugsmethode: Betrüger haben eine 80-jährige Rentnerin aus Mühlheim am Main am Dienstag um ihr über Jahre angesparte Erspartes gebracht – mehrere zehntausend Euro sind weg.
Der Betrug lief nach einem bewährten Schema ab. Gegen 15 Uhr klingelte das Telefon der Mühlheimerin. Eine Frau am anderen Ende gab sich als Polizeibeamtin aus und erzählte der Seniorin eine Geschichte: Man habe mehrere Täter geschnappt, die sämtliche Details über die Angerufene kennen würden. Im weiteren Gesprächsverlauf fragte die vermeintliche Polizistin nach Wertgegenständen, die die Frau zu Hause aufbewahrt. Die Rentnerin erwähnte, dass sie Geld bei sich daheim hat. Daraufhin sagte die Betrügerin, dass eine Kollegin vorbeikommen würde, um die Wertsachen in Sicherheit zu bringen.
Kurze Zeit später klingelte es an der Tür. Eine etwa 40 Jahre alte Frau von kräftiger Statur präsentierte sich ebenfalls als Polizistin und sagte, sie müsse etwas abholen. Die Seniorin übergab daraufhin ihr gesamtes Ersparte an die unbekannte Frau. Diese war zwischen 1,55 Meter und 1,65 Meter groß und hatte dunkle, halblange, leicht lockige Haare. Nach der Übergabe flüchtete die Betrügerin schnellen Schrittes über die Breslauer Straße in unbekannte Richtung. Währenddessen wurde die Seniorin am Telefon von der ersten Anruferin beruhigt und in der Situation gehalten.
Das Fachkommissariat hat die Ermittlungen aufgenommen und sucht Zeugen. Hinweise werden unter der Kripo-Hotline 069 8098-1234 entgegengenommen.
Die Polizei Südosthessen nutzt diesen Fall, um vor dieser Betrugsmasche zu warnen und gibt folgende Sicherheitstipps: Die echte Polizei wird Bürger am Telefon niemals um Geldbeträge bitten oder auffordern, Geld oder Wertsachen herauszugeben. Am Telefon sollten keine Auskunft über persönliche und finanzielle Verhältnisse gegeben werden – im Zweifelsfall einfach auflegen. Geld oder Wertsachen sollten niemals an unbekannte Personen übergeben werden. Im Zweifelsfall ist es sinnvoll, eine Vertrauensperson wie Nachbarn oder nahe Verwandte hinzuzuziehen. Gegenfragen zu stellen ist dabei keine Unhöflichkeit. Wer unsicher ist oder Opfer eines Betrugsversuchs wurde, sollte die echte Polizei unter 110 anrufen. Präventionsveranstaltungen der örtlichen Polizei bieten regelmäßig Informationsabende für Senioren und Angehörige an.
Daneben ereigneten sich in Südosthessen weitere Straftaten: In Dietzenbach ermittelt die Kriminalpolizei wegen sexueller Belästigung gegen einen 25-Jährigen, der sich am Sonntagabend gegen 17.30 Uhr im Schwimmbad an der Offenthaler Straße an einer Jugendlichen unangemessen körperlich genähert haben soll. Der Mann wurde vor Ort festgenommen und später wieder auf freien Fuß gesetzt. Badegäste, die das Geschehen beobachtet haben, werden gebeten, sich unter 069 8098-1234 zu melden.
Ebenfalls in Dietzenbach wurde die Polizei zu einer lautstarken Auseinandersetzung in der Justus-von-Liebig-Straße (einstellige Hausnummern) am Dienstagabend gegen 20.45 Uhr gerufen. Ein etwa 25 Jahre alter, schwarzhaariger Mann soll auf einem Gehweg eine Waffe hervorgeholt und diese drohend in Richtung eines 50-Jährigen gehalten haben. Die Polizei ermittelt wegen Bedrohung und sucht Zeugen. Der Gesuchte trug eine lange schwarze Hose, ein kurzärmliges T-Shirt und schwarz-weiße Schuhe. Hinweise nimmt die Kriminalpolizei unter 069 8098-1234 entgegen.
In Rodgau uferte ein Streit am Dienstagabend kurz nach 21 Uhr an der Bushaltestelle in der Schillerstraße in Weiskirchen in eine handfeste Auseinandersetzung aus. Ein 36-Jähriger wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Sein Kontrahent aus dem Landkreis Darmstadt-Dieburg erlitt diverse Prellungen im Bereich der Beine und des Gesichts sowie oberflächliche Schnittverletzungen. Er wurde vor Ort in einem Rettungswagen behandelt. Der Verdächtige verletzte sich leicht an der Hand und erstattet ebenfalls Anzeige – er gibt an, ebenfalls geschlagen worden zu sein. Die Polizei bittet Zeugen, sich unter 06104 6908-0 auf der Wache der Polizeistation Heusenstamm zu melden.
Positive Nachrichten gab es hingegen aus dem Bereich Prävention: Am Mittwoch, 17. Juni, fand auf dem Gelände der Jugendverkehrsschule im Leonhard-Eißnert-Park in Offenbach von 14 bis 17 Uhr eine Präventionsveranstaltung rund um Rikschas, Fahrräder, Pedelecs und E-Bikes statt. Die Kooperation zwischen Polizei und dem Freiwilligenzentrum Offenbach e.V. vermittelte zunächst theoretisches Wissen über die rechtliche Einordnung dieser Fortbewegungsmittel. Eine Präsentation gab einen Überblick über aktuelle gesetzliche Vorschriften und Neuerungen der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung sowie der Straßenverkehrs-Ordnung. Im praktischen Teil konnten Teilnehmende auf dem Übungsplatz Fahrtipps erhalten und ihre Fähigkeiten in einem Geschicklichkeitsparcours testen. Die Veranstaltung wurde von allen Beteiligten äußerst positiv bewertet.
Einen informativen Präventionsabend führte die Stadt Rödermark am 10. Juni gemeinsam mit dem Stabsbereich E4-Prävention des Polizeipräsidiums Südosthessen durch. In der Mehrzweckhalle in Urberach informierten Experten Amts- und Mandatsträger, kommunale Beschäftigte und weitere Personen des öffentlichen Lebens über bestehende Risiken und Handlungsmöglichkeiten. Erster Kriminalhauptkommissar Marc Sachs, Leiter des Stabsbereichs E4, vermittelte praxisnahe Empfehlungen zum Umgang mit Bedrohungen und Angriffen und warnte vor den Risiken, die mit der Veröffentlichung persönlicher Informationen in sozialen Medien verbunden sind. Polizeihauptkommissar David Jesse informierte über aktuelle Gefahren im digitalen Raum und legte besonderen Fokus auf die rasante Entwicklung Künstlicher Intelligenz sowie Herausforderungen durch manipulierte Inhalte. Weitere Informationen gibt es unter praevention.ppsoh@polizei.hessen.de.