Tausende Menschen haben am Sonntag in Genf unter dem Motto „No G7“ gegen den am Montag im französischen Évian-les-Bains beginnenden G7-Gipfel protestiert. Die Demonstranten trugen zahlreiche Plakate mit profeministischen und antikapitalistischen Botschaften sowie Schilder mit der Aufschrift „Free Palestine“ und schwenkten Palästinenserfahnen.
Die Protestierenden versammelten sich zunächst im „Parc de la Perle du Lac“ am Genfer See und zogen anschließend in Richtung Innenstadt. Die Demonstrationsstrecke wurde großflächig mit Zäunen gesichert. Die Polizei ist in Genf am Sonntag und in den kommenden Tagen mit einem Großaufgebot im Einsatz, um gegen mögliche Ausschreitungen wie im Jahr 2003 vorgehen zu können, als der G8-Gipfel in Évian stattfand.
Zahlreiche Läden in der Genfer Innenstadt sind bereits seit Tagen in Vorbereitung auf die Proteste verbarrikadiert worden. Viele Schaufenster wurden mit Sperrholz verkleidet, auf manchen stehen Aufschriften wie „Kleiner Familienbetrieb“ in verschiedenen Sprachen – offenbar in der Hoffnung auf die Gnade von etwaigen gewaltsamen Protestlern.
Obwohl Frankreich den G7-Gipfel ausrichtet, ist die 10.000-Einwohner-Stadtgemeinde Évian in mehrere Schutzzonen aufgeteilt und weiträumig abgeriegelt worden. Die Anwohner erhielten Sonderausweise. Deshalb verlagerten sich die Proteste wie bereits 2003 in die Schweiz. Neben Genf und Lausanne fanden am Sonntag auch in den Städten Zürich, St. Gallen, Bern, Luzern, Zug, Basel, Biel und Aarau Anti-G7-Veranstaltungen statt.