In Oberfranken haben Betrüger am Donnerstag mehrfach versucht, ältere Menschen um ihr Vermögen zu bringen. In einem Fall waren sie erfolgreich. Durch aufmerksame Angehörige und schnelles Handeln der Polizei konnten weitere Schäden verhindert werden. Insgesamt nahmen die Ermittler drei Tatverdächtige fest, gegen die Untersuchungshaftbefehle ergangen sind.
In Rödental bekam eine 74-jährige Frau am Donnerstagvormittag einen Anruf von jemandem, der sich als Polizeibeamter ausgab. Er behauptete, dass in der Nähe Einbrecher festgenommen worden seien und ihr Eigentum deshalb in Gefahr sein könnte. Gegen 12.30 Uhr erschien eine Frau bei der Seniorin, gab sich als Polizeibeamtin aus und nahm unter dem Vorwand, Wertgegenstände fotografieren zu müssen, mehrere an sich. Anschließend verschwand sie mit der Beute. Als sie nicht zurückkehrte, wurde die 74-Jährige misstrauisch und verständigte etwa eine Stunde später die Polizei.
Am Nachmittag versuchten Betrüger auch eine 87-jährige Frau in Dörfles-Esbach zu betrügen. Ein angeblicher Bankmitarbeiter meldete sich telefonisch und sprach von verdächtigen Kontobewegungen. Er kündigte an, dass ein Detektiv eingeschaltet und später ein Polizeibeamter vorbeikommt. Ein Angehöriger der Seniorin kam nach Hause, erkannte die Betrugsmasche sofort und verständigte die Polizei. Eine Streifenbesatzung kontrollierte daraufhin einen verdächtigen Pkw in der Nähe. Im Kofferraum fanden die Beamten die Wertgegenstände, die die 74-Jährige in Rödental übergeben hatte. Die Polizisten nahmen die beiden Fahrzeuginsassen, eine 31-jährige Frau und einen 19-jährigen Mann, vorläufig fest.
In Lautertal versuchten Betrüger am Donnerstagnachmittag gegen 14.30 Uhr, eine 62-jährige Frau mit einem Schockanruf um Geld zu bringen. Die Täter behaupteten, eine Angehörige habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht. Die Frau sollte eine Kaution in fünfstelliger Höhe hinterlegen, um eine Inhaftierung abzuwenden. Die 62-Jährige durchschaute die Masche sofort, spielte aber mit und hielt das Telefonat aufrecht. Währenddessen verständigte ihr Ehemann die Polizei. Beamte der Kriminalpolizei waren bereits vor Ort, als ein verdächtiger Mann an dem Anwesen vorbeilief. Sie nahmen ihn vorläufig fest – einen 27-jährigen Mann. Bei ihm fanden die Ermittler einen Fahrzeugschlüssel; den dazugehörigen Pkw entdeckten sie in der Nähe. Nach der Festnahme beendeten die Täter das Telefonat.
Der Pkw war zuvor bereits einem Polizeibeamten aufgefallen, der sich in seiner Freizeit in Marktleugast aufhielt. Er hatte im Dienst befindliche Kollegen über die Beobachtung informiert.
In Marktleugast war es am selben Tag zu einem weiteren versuchten Telefonbetrug gekommen. Gegen Mittag erhielt eine 83-jährige Frau den Anruf eines vermeintlichen Polizeibeamten. Wie im Fall in Lautertal behaupteten die Täter, eine Angehörige habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht. Sie forderten einen sechsstelligen Geldbetrag und erkundigten sich nach Wertgegenständen. Etwa 30 Minuten später erschien ein Mann an ihrem Anwesen. Der Ehemann der Seniorin kam jedoch nach Hause, erkannte den Betrugsversuch und forderte den Unbekannten auf, das Grundstück zu verlassen. Zu einer Übergabe kam es nicht.
Die Kriminalpolizei ermittelt noch, ob die Betrugsversuche in Lautertal und Marktleugast zusammenhängen. Die drei Festgenommenen wurden am 23. Oktober vor einem Ermittlungsrichter am Amtsgericht Kronach vorgeführt. Dieser erließ gegen alle drei Untersuchungshaftbefehle. Sie befinden sich inzwischen in unterschiedlichen Justizvollzugsanstalten. Die Kriminalpolizei Coburg führt die weiteren Ermittlungen unter Leitung der Staatsanwaltschaft Coburg.
Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.
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