Eine unbekannte Person hat im Juli ein elfjähriges Mädchen über eine Social-Media-Plattform kontaktiert und sie schrittweise um sensible Daten gebracht. Nach dieser Masche entstand ein Schaden von fast 1.000 Euro.
Der Ablauf war perfide: Der Unbekannte fragte das Kind zunächst nach seiner Handynummer und begründete dies damit, über einen Messenger-Dienst weiterkommunizieren zu wollen. Das Mädchen gab die Nummer preis. Unmittelbar darauf forderte der Täter die Elfjährige auf, einen sechsstelligen Code weiterzugeben, den sie per SMS erhalten hatte. Das Kind tat es – und verlor daraufhin sofort den Zugriff auf ihr Messenger-Konto. Der Betrüger hatte sich nun als das Mädchen ausgeben und konnte auf alle ihre Kontakte zugreifen.
Der Unbekannte schrieb von der gestohlenen Nummer aus eine zehnjährige Freundin an. Diese vertraute darauf, mit ihrer Mitschülerin zu kommunizieren, und teilte ebenfalls einen per SMS zugesendeten sechsstelligen Code mit. Das war der entscheidende Fehler: Die Täter nutzten den Zugang zum Mobilfunkanschluss der Zehnjährigen – dieser läuft über ihre Erziehungsberechtigten – und lösten darüber mehr als 40 kostenpflichtige Bestellungen im App-Store aus. Der Gesamtschaden summierte sich auf knapp 1.000 Euro.
Die Thüringer Polizei warnt Eltern und Kinder eindringlich vor dieser Betrugsmasche: Codes, die per SMS ankommen, dürfen niemals an unbekannte oder verdächtige Personen weitergegeben werden. Erziehungsberechtigte sollten regelmäßig die Aktivitäten auf den mobilen Geräten ihrer Kinder überprüfen und ihre Kontobewegungen kontrollieren. Zudem ist es wichtig, Kinder altersgerecht über Betrugsmethoden im Internet aufzuklären.