Thüringenderby: Polizei zieht Bilanz nach turbulenten Fanmärschen und Pyrotechnik

(Symbolbild)

Das traditionsreiche Thüringenderby zwischen dem FC Carl Zeiss Jena und dem FC Rot-Weiß Erfurt am 9. August 2026 in der ad hoc arena im Ernst-Abbe-Sportfeld ist beendet. Für die Jenaer Polizei lag damit ein umfangreicher Einsatz hinter sich.

Bereits im Vorfeld des Spiels versammelten sich rund 1.000 Personen aus der aktiven Heimfanszene des FC Carl-Zeiss Jena in der Jenaer Innenstadt zu einem nicht angemeldeten Fanmarsch, der zuvor über mehrere Tage hinweg in sozialen Medien beworben worden war. Während dieses Marsches ereigneten sich mehrere Verstöße gegen das Versammlungsgesetz. Polizisten dokumentierten das Abbrennen von pyrotechnischen Erzeugnissen und stellten verbotene Vermummungen fest. Auf Höhe des Jobcenters versuchten Personen, auf die Stadtrodaer Straße durchzubrechen. Um ihre Maßnahmen durchzusetzen, drohte die Polizei gegenüber mehreren Personen mit unmittelbarem Zwang an und wendete ihn schließlich auch an. Über Lautsprecher kündigte die Polizei zudem den möglichen Einsatz eines Wasserwerfers an. Diese Situation wirkte sich auch auf den Rettungsdienst aus: Ein Rettungswagen konnte die Stadtrodaer Straße nicht auf direktem Weg befahren und musste einen längeren Umweg über Jena-Göschwitz und ein Teilstück der Bundesautobahn 4 zum Klinikum Jena nehmen.

Die Polizei bewertete den nicht angemeldeten Fanmarsch aufgrund seines Verlaufs als nicht angemeldete Versammlung und leitete ein entsprechendes Ermittlungsverfahren ein. Zugleich wird wegen der Durchbruchsversuche wegen Landfriedensbruch ermittelt. Die aktive Heimfanszene verfolgte das Spiel, wie zuvor angekündigt, nicht im Stadion.

Bei der fußläufigen Anreise der Gästefans vom Westbahnhof zum Stadion registrierte die Polizei vereinzelte Straftaten. Darunter waren eine Körperverletzung sowie das Abbrennen von pyrotechnischen Erzeugnissen.

Während der Spielphase wurde ein Erfurter Spieler aus dem Block M heraus mit einer Flasche beworfen und an der Wade getroffen. Der Spieler blieb unverletzt. Auch hier leitete die Polizei ein Ermittlungsverfahren wegen eines versuchten Körperverletzungsdeliktes ein.

Eine konsequente Trennung der Heim- und Gästefans gelang der Polizei während des gesamten Einsatzverlaufs. Die Abreisephase beider Fangruppen verlief weitestgehend störungsfrei.

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