Die Thüringer Polizei hat ihre Mitarbeitendenbefragung HEALTH aus dem Jahr 2025 ausgewertet. Die Befragung sollte zeigen, welchen Belastungen die Beschäftigten im Arbeitsalltag ausgesetzt sind, wie zufrieden sie mit ihren Arbeitsbedingungen sind und welche gesundheitlichen Risiken bestehen. Aus den Ergebnissen sollen Maßnahmen entwickelt werden, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern und die Gesundheit der Beschäftigten zu stärken.
Anlass für die Befragung war ein Beschluss des Thüringer Landtags zur Weiterentwicklung der Thüringer Polizei. Im Hintergrund stehen unter anderem die seit Jahren überdurchschnittlich hohen Krankenstände. Die Polizei untersuchte deshalb auch die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, die Arbeitsorganisation und die Arbeitsbedingungen.
Die Befragung fand vom 22. Mai bis zum 13. Juni 2025 statt und wurde vom Institut FIA durchgeführt. 54 Prozent der Beschäftigten beteiligten sich daran. Der abschließende Ergebnisbericht lag nach umfangreichen Auswertungen Mitte Juni 2026 vor.
Anschließend befassten sich Fachleute aus verschiedenen Bereichen der Thüringer Polizei mit den Ergebnissen. Eine Expertengruppe erarbeitete daraus wissenschaftlich begründete Empfehlungen, die zeigen, wo Verbesserungen notwendig sind und welche Veränderungen angestrebt werden sollten.
Schwerpunkte der Empfehlungen
Die Befragung zeigt in mehreren Bereichen Verbesserungsbedarf. Im Bereich Organisationskultur sollen regelmäßige Gespräche zwischen Beschäftigten und Vorgesetzten den gegenseitigen Austausch verbessern und für mehr Transparenz und konstruktive Zusammenarbeit sorgen. Die Führungskultur soll weiterentwickelt werden – mit Fokus auf respektvollem Umgang, klarer Orientierung sowie Motivation und Zufriedenheit der Beschäftigten.
Die Ergebnisse zeigen, dass Diskriminierung und sexualisierte Gewalt auch innerhalb der Thüringer Polizei ein Thema sind. Bestehende Angebote zur Vorbeugung, Beratung und Beschwerde sollen deshalb überprüft und bei Bedarf verbessert werden.
Bei Information und Kommunikation zeigte sich: Beschäftigte fühlen sich nicht immer ausreichend informiert. Die interne Kommunikation muss deshalb verbessert werden, um Informationen verständlicher und zuverlässiger weiterzugeben.
Insbesondere Beschäftigte im mittleren Polizeivollzugsdienst und Tarifbeschäftigte äußerten Sorgen um ihre finanzielle Absicherung im Alter. Die Polizei will deshalb Möglichkeiten für bessere berufliche und finanzielle Entwicklungsperspektiven prüfen.
Im Bereich Gesundheitsmanagement sollen bereits bestehende Angebote und Strukturen zur Gesundheitsförderung weiter ausgebaut werden. Im Mittelpunkt stehen Maßnahmen, die körperliche und psychische Belastungen verringern und die Gesundheit der Beschäftigten langfristig stärken.
Besonders Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamte sind im Berufsalltag hohen emotionalen und sozialen Belastungen ausgesetzt. Bestehende Unterstützungsangebote, etwa zur Verarbeitung belastender Einsätze, sollen deshalb weiterentwickelt werden.
Bei Arbeitsbedingungen, Arbeitsbelastung und Dienstposten sollen Arbeitsabläufe, die Verteilung von Aufgaben und organisatorische Strukturen überprüft werden. Dabei werden auch Erkenntnisse aus dem Projekt IMPULS zur Weiterentwicklung der Thüringer Polizei berücksichtigt.
Umsetzung ab Januar 2027
Ab Januar 2027 sollen erste Schritte zur Umsetzung der Empfehlungen beginnen. Dazu gehören unter anderem Workshops in den Polizeibehörden. Auch bereits laufende Projekte, insbesondere das Projekt IMPULS, sollen einbezogen werden. Welche Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden können, hängt unter anderem von den rechtlichen Vorgaben und den verfügbaren finanziellen Mitteln ab.
Die weitere Umsetzung wird von der Zentralstelle Gesundheitsmanagement gemeinsam mit der Zentralstelle Supervision koordiniert. Eine Arbeitsgruppe mit Fachleuten aus unterschiedlichen Bereichen soll den Prozess zusätzlich begleiten.
In drei bis fünf Jahren soll die Mitarbeitendenbefragung wiederholt werden. So soll überprüft werden, ob die umgesetzten Maßnahmen die Arbeitsbedingungen und die Gesundheit der Beschäftigten verbessert haben.
Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.
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